Ausgabe 9/2014

Hallo, Zeitgeist!
Neue Modekonzepte zwischen High End und High Street

Messen: Wer zeigt was? Und wo?

Business as usual  bei den lokalen Orderzentren, starke Bewegung in der Messeszene. Zur Ordersaison Frühjahr/Sommer 2015 gehen eine Reihe von Veranstaltern mit neuen Locations, neuen Kozepten oder – gegen Vorabankündigungen – der Beibehaltung bestehender Formate an den Start. Für Händler und Einkäufer ist es da nicht mehr ganz leicht, den Überblick zu bewahren. Hier die wichtigsten Facts: Die Bread & Butter bleibt (vorerst) das, was sie ist. Karl-Heinz Müller hatte ja noch während der Veranstaltung im Jänner die Idee, die Messe für Endverbraucher zu öffnen, aufgegeben. Im virtuellen Kampf zwischen Berlin und Düsseldorf haben sich die Premium-Macher nun für München entschieden. Die Premium verlässt Düsseldorf komplett und kooperiert mit dem Stoff-Erfolgsformat Munich Fabric Start.


Industrie: Glück kann man kaufen

»Made in Austria« ist und bleibt eine kleine Nische. Der Konfektionär JMB wurde nun als frauen- und familienfreundlichster Betrieb der Steiermark ausgezeichnet. Zwölfstundentage, Siebentagewochen. Immer wieder tödliche Arbeitsunfälle, Kinderarbeit, Giftskandale: International hat die Textil- und Bekleidungsindustrie den denkbar schlechtesten Ruf. Doch auch in den sogenannten Industriestaaten, in denen es längst nur mehr eine Rumpfindustrie gibt, gilt die Branche als unbeliebter Arbeitgeber. Krisenanfällig, schlecht bezahlt, die Arbeit selbst ist bewegungsarm und eintönig. Dass es auch anders geht zeigt Gert Rücker in Rohr in der Südoststeiermark.


DOB: Neue Ära

Contemporary Fashion. Labels wie Sandro, Iro oder Whistles beleben die internationalen Sortimente mit trendsicherer Mode, die zwischen High End und High Street angesiedelt ist. Der neue Heilsbringer für den Handel? Und bitte: Sandro, Maje, The Kooples, Elevenparis, APC, Comptoir des Cotonniers, Zadig & Voltaire, Isabel Marant Étoile, Vanessa Bruno Athé, Iro, Paul & Joe Sister, Whistles, All Saints, Karen Millen, Joseph, Reiss, Ted Baker. Haben Sie diese Labelnamen – ohne Luft zu holen – gelesen? Die Menge dieser Brands, die vorwiegend aus Frankreich und Großbritannien stammen, ist beeindruckend. All diese Marken haben es in den letzten paar Jahren geschafft, ein Segment zu kreieren, das es so vorher nicht gab. Contemporary Fashion nennt es sich.


Kids: Kein Kinderspiel

Er wäre ein lohnendes Forschungsgebiet für Soziologen: Der Kindermodenhandel wird heute nicht nur durch betriebswirtschaftliche Faktoren oder Brandmanagement geprägt, sondern auch durch veränderte Familienstrukturen. Das mag übertrieben klingen, zeigt aber vor allem eines: Der Handel mit der KOB unterliegt vielen, mitunter unerwarteten Einflüssen – und ist alles andere als ein Kinderspiel.


Neue Läden: Raumgefühl

Meindl’s Flagshipstore in Kirchanschöring, dessen Luxusableger in München sowie Adelsberger’s Zeitlos-Laden in St. Johann sind bisherige Modegeschäft-Projekte der Raumbau Architekten. Das jüngste Aushängeschild steht in Bad Ischl. Robert Blaschke, Miteigentümer und kreativer Kopf von Raumbau Architekten (Salzburg) freut sich: »Die Entwicklung besonderer Einkaufswelten außerhalb vorprogrammierter Standardeinrichtungen wird immer wichtiger, um gegen das Internet als bequeme Einkaufsplattform zu bestehen. Und sie macht enorm viel Spaß!«