Ausgabe 5/2014

SPITZEN-Umsatz?
Schuhe H/W 2014/15
Euroshop: Läden ohne Grenzen

Handel: Fachmärkte killen Innenstädte

Eine neue Untersuchung zeigt am Beispiel Niederösterreichs ganz klar, welche verheerenden Auswirkungen Fachmärkte und Einkaufszentren am Stadtrand für die Innenstädte haben. Es ist ein altbekanntes Problem. Ein Investor kommt zum Bürgermeister und verspricht ihm das Blaue vom Himmel: Ein neues Fachmarktzentrum bringe allen was: den Bürgern neue Arbeitsplätze, der Gemeinde mehr Steuereinnahmen, mehr Lebensqualität für die Region durch neue Handelsbetriebe, eine höhere Attraktivität für die gesamte Stadt. Wer kann da schon widerstehen? Doch die Realität sieht anders aus. Wie verheerend sich Neuansiedlungen von Einkaufs- oder Fachmarktzentren auf die heimischen Städte in der Praxis auswirken, lässt sich nun aus einer neuen Studie des Stadt- und Regionalentwicklungsberaters CIMA ersehen.

Shop Design: Grenzenlose Inszenierung

Die EuroShop in Düsseldorf lieferte massenweise Anregungen für ein dramatisches Handels-Drehbuch, mit dem sich auch die Kluft zwischen Online und Offline überwinden lässt. Für den Handel von morgen gibt es ein großes Stichwort: Inszenierung! Die Läden der Zukunft müssen für die Kunden Erlebniswelt und Wohlfühlzone sein. Und dabei spielerisch die Grenzen zwischen stationärem und Internethandel überwinden. Wie all das in der Realität aussehen kann, zeigte die EuroShop, die Leitmesse für Investitionsgüter im Handel, an fünf Tagen.


Schuhe: Die Schuhbranche spitzt sich zu

Der erfolgsverwöhnte Schuhhandel stagnierte im letzten Winter. Die Industrie versucht, mit Dauerbrennern, aber auch mit Fashion-Highlights dagegen zu setzen. Keine leichte Übung. Ein Winter (fast) ohne Schnee – das kann kein guter Winter für die Schuhbranche sein, sollte man meinen. Das vergleichsweise unauffällige Minus von 0,7 %, das der heimische Schuhhandel laut KMU einfuhr, fällt da richtig harmlos aus. Allerdings: bis zum Winter 2012 ging es dem Schuhhandel richtig gut, die Modebranche sah fast ein wenig wehmütig auf wachsende Umsätze, gut verkäufliche Trendthemen und eine allumfassende Öffentlichkeitsarbeit der Schwesternbranche hinüber.


Schauen: Urban Jungle

Frau ist gerüstet für den täglichen Wahnsinn. Mit Ninja-Looks von Marc by Marc Jacobs. Modernen Rüstungen in Khaki von Balmain. Oder Utility-Wear von Alexander Wang. New York, London, Mailand, Paris – jene Metropolen sind nicht nur Traumstädte für Modefreaks, sondern Schmelztiegel urbaner Zivilisation. Oft grau, meist laut, immer hektisch verlangen diese Citys von ihren Bewohnerinnen ein Höchstmaß an Anpassung. War die letzten Saisons noch der Trend zum Cocooning, also zum Rückzug in die eigenen vier Wände bzw. in überlagerte Schichten von Kleidung, spürbar, so geben die Designer nun eine neue Gangart vor. Jetzt gilt es, den Herausforderungen und Hindernissen im Alltag die Stirn zu bieten.


Industrie: Industrie ohne Fabrik

Im Vorjahr verbuchte die österreichische Textilerzeugung ein Umsatzplus von 1 %, heuer sollte es nochmals deutlich besser werden. Die Bekleidungsbranche ist hingegen weiter auf Rückzug. Strukturwandel. Ein Schlagwort, das schon seit Jahrzehnten verwendet wird, um den Rückzug der Textil- und Bekleidungserzeuger aus den – wie es so schön heißt – Industriestaaten zu beschreiben. Nun wurde seit vielen Jahren erstmals wieder ein neuer, umfassender Branchenbericht vorgestellt, der die Entwicklung des letzten Jahrzehnts nachzeichnet und Zukunftschancen aufzeigt.