Ausgabe 4/2014

URBAN-Traditionelles
Tracht modern interpretiert
Labels to watch - Anwärter für Gold

Handel: Fashion-Offensive

Die Expansion der Einkaufszentren hat wieder an Schwung gewonnen. Besonders in und um Wien stehen heuer zahlreiche Neueröffnungen und Erweiterungen an. Der Schwerpunkt liegt überall auf Mode. Die Einkaufszentren-Entwickler sind wieder in Hochstimmung. Aufgrund der niedrigen Zinsen wollen Anleger in aller Welt ihr Geld wieder in Immobilien investieren. Immobilienfonds suchen händeringend nach Veranlagungsmöglichkeiten. »Fonds schwimmen im Geld« titelte jüngst der österreichische Branchendienst immoflash today. »Eine nie gekannte Menge an inländischem sowie internationalem Kapital sucht nach möglichst sicherer Anlage«, berichtet auch das auf Einzelhandelsimmobilien spezialisierte deutsche Beratungsunternehmen Comfort.

 

Order: Gesucht, gefunden, geordert

Zur Fashion Premiere traf sich die Männermodenbranche in Salzburg. Jetzt ging’s ans Schreiben. Was geht, was bleibt, was kommt? Eine Statement-Sammlung zur laufenden HAKA-Order. Die Zahlen liegen am Tisch: Österreichs stationärer Bekleidungshandel hat 2013 einen nominellen Umsatzrückgang von 1,1 % eingefahren - was das dritte Minusjahr in Folge bedeutet (s. Testclub in TZ 03/2014). »Die Stimmung ist nicht berauschend, Freudensprünge gibt es selten bis gar nicht – auch wenn man mit uns als Lieferant zufrieden ist«, schildert Matthias Seifert den Status quo zur Mitte der Orderrunde.

 

Stoffe: Carpe diem

Die Tendenz zu sinnlichen, leichten Stoffe in die Mode verstärkt sich, ohne den Sport-Chic zu verdrängen. Die Mode wie der Markt üben sich wieder einmal in einem Balanceakt - zwischen Fortschritt und Authentizität, Masse und Individualität. Ein Blick durch die Stoffkollektionen zum Sommer 2015 bestätigt die ersten Tendenzen: Farben und Drucke beruhigen sich, Strukturen werden feiner, der Einfluss sportiver Stoffe aber bleibt. Raffinierte Veredlungen erweitern das textile Fashion-Portfolio bis hin zu Doppellaminate mit Maltinto-Effekt, Sommerfelle und Borkenkrepp mit Wollvlies-Inlay. Es sind die „unbeschwerten“ Qualitäten, leicht und natürlich, die vor allem im deutschsprachigen Markt begeistern. Glanzaspekte zeigen sich vom Garn bis zur Beschichtung. Drucke halten ihr hohes Niveau und bei Leinen deutet sich eine „Revitalisierung“ an.

 

Tracht: Traditionelles urban

Lederhose und Dirndl boomen weiter, begünstigt durch die generelle Tendenz zu Traditionellem. Anders als stereotype Booms zuvor zeigt sich der aktuelle Boom differenzierter. Wenn die Dirndldesigns zu lustig werden, denkt man im österreichischen Kernmarkt mit Unbehagen an vergangene Booms und die damit verbundenen Markteinbrüche. »Es sind die Trittbrettfahrer, die den Markt überreizen, vor allem über den Preis«, sagt René Schedler, Hersteller und Händler in Personalunion. Seine Devise: Stilistisch abgrenzen und die Preisspirale nicht mitmachen.

 

Marken: Timberland and the City

Das Kultlabel Timberland steht für Outdoor-Lifestyle und übersetzt diesen auf die Stadt. Alles begann vor mehr als 40 Jahren mit einem gelben Schuh. Mittlerweile ist der »Yellow Boot« das eindeutige Erkennungsmerkmal der Marke Timberland, die im Jahr 1978 aus der amerikanischen Abington Shoe Company hervorging. Seit mittlerweile zwei Jahren ist Timberland eine 100%ige Tochter der VF Corporation. Und auch sonst hat sich seit den 1970er Jahren viel getan.