Ausgabe 2/2014

SWINGING TIMES DOB Herbst/Winter 2014/15 Die Tracht rüstet auf Magic moments

Handel: Versand-Rekord im Weihnachtsgeschäft

Der stationäre Handel hat sich im heurigen Weihnachtsgeschäft nicht leicht getan. Der Versand- und Online-Handel jubelt hingegen über neue Rekorde. Davon können stationäre Händler nur träumen: Um 33,5 % konnte die Unito-Gruppe mit ihren Marken Universal, Otto und Quelle ihre Umsätze in Österreich in den ersten zwei Wochen des Weihnachtsgeschäfts steigern. Laut Pressemitteilung übertraf man damit selbst die internen, keineswegs bescheidenen Prognosen deutlich. »Verbesserungen in unseren Sortimenten sowie unsere Preis- und Serviceoffensive werden von den Kunden sehr gut angenommen«, erklärt sich Geschäftsführer Harald Gutschi den Erfolg. »Außerdem etablieren sich Mobile- und Tablet-Shopping immer mehr als zusätzliche Vertriebskanäle.« Neben der generell immer stärker werdenden Verlagerung von Stationär- zu Online-Umsätzen konnte der Online-Handel in diesem Jahr laut Gutschi auch vom »Wegfall« des 8. Dezembers als Einkaufstag profitierten. Schließlich hatten die Online-Shops zu Maria Empfängnis sehr wohl geöffnet.


DOB: Abflug ins Ungewisse

Trotz zwei schwacher Saisonen herrscht in der DOB Aufbruchstimmung. Es reicht nicht mehr aus, beständig im Wechselhaften zu sein. Gefragt ist Mut zum Neuen, aber wer hat den ausgerechnet jetzt? Zehn Gedanken zu Herbst/Winter 2014/15. Der britische Modekritikerin Suzy Menkes wird nicht müde zu sagen, die Modeszene bestünde nur noch aus Selbstdarstellern, aufgeblasenen Bloggern und Modemachern, die sich einen Dreck um die Wünsche und Anforderungen der Kunden scheren. Menkes übertreibt wie immer schamlos, um gehört zu werden: Seit einigen Saisonen bemüht sich die Modeindustrie nach Leibeskräften um Kundennähe. Nimmt zähneknirschend zur Kenntnis, dass Lammfell im Juni und Tanktops im Dezember sinnlos und in den meisten Läden auch unverkäuflich sind. Geht unter anhaltendem Widerstand, aber doch immer stärker darauf ein, dass die wahren Trends nicht etwa in den großen Scouting-Agenturen sondern daheim um die Ecke entstehen.


Premium: Neue Strukturen, weniger Farbe

Unerwartete Stofflichkeiten, echte Leichtgewichte, reflektierende Oberflächen. Die Mode der Premiumanbieter wartet mit der vollen Power textilen Know-Hows auf. Hose zu Bluse zu Blazer? Grundsätzlich nichts Neues, wenn aber die Hose aus schwarzer, teils transparenter Spitze, die Bluse aus Seide mit kunstvollem Karodessin und der Blazer oversized geschnitten ist, sieht die Sache schon anders aus. Pullover zum Rock. Gut, dass ist durchaus neu als Look. Besonders wird es aber erst durch Details: Der Rock ist aus hochwertigem Wollstoff, leicht ausgestellt und knielang. Der Pullover hat eine kurze, kastige Form und ist an der Front luxuriös mit Kristallsteinen besetzt. Das ganze Szenario spielt sich in einer beruhigten, edlen Farbwelt ab. Sandige Nuancen, viel Offwhite, dazu Dunkelblau.


Tracht: Das Feuer schüren

Was ist noch Tracht? Und was schon Mode? Die Trachtenhersteller verstehen gekonnt, mit ihren neuen Kollektionen in das modische Alltagsbild vorzudringen. Darum hat die Branche weiterhin Konjunktur und Konsumentennähe. Anspruchsvolle Kunden wollen anspruchsvolle Teile, und die sollen gleich mehrere Wünsche erfüllen. Sportiv will man gekleidet sein, aber trotzdem angezogen, natürliche Materialien will man auf der Haut spüren – aber innovative Technik soll geboten werden, denn die Kleidungsstücke erfüllen auch eine Funktion.


Denim: Biker-Blues

Nein, nicht traurige Motorradfahrer sind gemeint, sondern die große Liebe zu Biker-Themen und Blautönen, die die Denimkollektionen im Herbst/Winter 2014/15 prägen. Eine einsame Landstraße im kalifornischen Sonnenuntergang, eine schummrige Motorradbar – das sind die Orte, an denen die neuen Kollektionen der Denimanbieter zu Hause sind. Denn auch wenn es keine neue Erfindung ist, das Thema Biker-Style ist allgegenwärtig, kein Label kommt ohne den toughen Trend aus. Ausdruck findet das nicht mehr nur in Form von Biker-Jacken, die schon in den letzten Saisonen stark vertreten waren, sondern auch in den Hosenmodellen.