Ausgabe 20/2014

Manege frei!Check
Salzburger Gespräche 2014
Internationale Schauen:
Rock'n'Roll im Zirkus

Einkaufszentren:
Nächster Halt: Shoppingcenter

Mit dem Hauptbahnhof hat in Wien das dritte Bahnhofs-Center innerhalb von vier Jahren eröffnet. Dabei hat Wien bereits heute mehr als doppelt so viel Shopping-Fläche wie Paris oder London. Nach mehr als einem Jahrzehnt Planungs- und Bauphase hat der neue Wiener Hauptbahnhof seine Pforten geöffnet. Genauer: das dort angesiedelte Einkaufszentrum. Denn die ersten Züge werden an den neuen Bahnsteigen erst Mitte Dezember ankommen. Die Eckdaten sind längst bekannt: 20.000 m2 Verkaufsfläche misst die neue BahnhofCity – und damit etwas mehr als das Einkaufszentrum am Westbahnhof (17.000 m2), das ebenfalls von der Hamburger ECE gemanagt wird, aber deutlich weniger als das Einkaufszentrum »The Mall« am Bahnhof Wien Mitte-Landstraße (30.000 m2; nicht voll vermietet).


Schauen: In die Tiefe

Die internationalen Schauen haben ihre Schuldigkeit getan: In unzähligen Shows manifestierten sich die Trends für Frühjahr/Sommer 2015. Die Würfel sind gefallen. Die Tendenzen sind klar. Klar, es gibt sie: Die Ausreißer, die möglichst crazy bis hin zu untragbar sind. Aber unterm Strich konzentrieren sich die Designer von Alexander Wang bis Stella McCartney auf ihre Stärken. Die Kreativität leidet darunter nicht – im Gegenteil: Durch das Eintauchen in die Tiefe ihrer DNA erhalten die Kollektionen eine neue Dichte, die der Gesamtaussage gut tut. Man muss nicht auf allen Kirtagen tanzen, wenn eine Idee so stark ist, dass sie die komplette Kollektion trägt. Meisterlich umgesetzt etwa bei Marc Jacobs (Military!), Kenzo (Oversized!) und Erdem (3D-Optik!). Durch diese konzeptionelle Tiefe kehrt eine gewisse Ruhe ein. Nicht im Sinne von Stillstand, sondern im Sinne von Ausgeglichenheit. Die wichtigsten Tendenzen sind somit so klar wie selten.


Salzburger Gespräche: Der Mehrwert macht‘s

Die Wege zum Erfolg in der Mode werden immer verschlungener. Bei den Salzburger Gesprächen im Gwandhaus von Gössl wurde der Bogen zwischen Gründerenergie und Online-Euphorie gespannt. Was braucht ein Unternehmen, um erfolgreich zu sein? Einen charismatischen Gründer? Geschichte und Tradition? Ein Omni-Channel-Konzept, das den Kunden am Bildschirm, im Magazin, im Laden – einfach überall »abholt«? Vermutlich ist es ein Mix aus all diesen Komponenten, die ein Modeunternehmen heute braucht, um im immer härter werdenden Wettbewerb zu bestehen. Annette Roeckl, Bogner-Vorstand Oliver Pabst und s.Oliver-Wholesale-Chef Mathias Eckert gaben in ihren Referaten bei den Salzburger Gesprächen Einblick in unterschiedliche Unternehmen – und noch unterschiedlichere Unternehmenskonzepte.


Neue Läden: Kein Kompromiss

In seinem neuen KissKissBangBang-Store in der Wiener Johannesgasse setzt Sasa Ridel ausschließlich auf Mode in Schwarz und Weiß. Ein Film von Regisseur Shane Black lieferte die Inspiration für den Namen: KissKissBangBang taufte Sasa Ridel sein mittlerweile mehrere Läden umfassendes Konzept. Gerade eben eröffnete er den neuesten Shop in der Johannesgasse in 1010 Wien. Ridel ist vielen als langjähriger ORF-Stylist bekannt. Seine modische Laufbahn startete er aber schon viel früher. Er war unter anderem bei Blaumax und Turek tätig. Nach einem Zwischenspiel in der Musikszene übernahm er die Filialleitung von Don Gil am Bauernmarkt. Später arbeitete er parallel zu seiner Tätigkeit als Shop-Manager und Mitarbeiter im Ein- und Verkauf für Helmut Lang an der Entwicklung der Marke Gil mit. Hierfür übernahm er dann auch die Filialleitung im Kaufhaus Steffl. Auf die sieben Jahre beim ORF folgten einige private Tiefschläge.