Ausgabe 17/2014

SPORT & OUTDOOR:
Flucht nach vorn

Handel: Gut gelaufen

Branche und Pressewarten gespannt, wann es denn soweit ist mit dem Börsengang von Zalando. Da kommt die Meldung von erstmals schwarzen Zahlen in der Halbjahresbilanz des Online-Versandhändlers gerade recht. Wenn das Berliner Start-up-Unternehmen, das seinen Umsatz in sechs Jahren von Null (gegründet 2008) auf voraussichtlich über 2 Mrd. € (2014)steigern konnte, für eine Pressepräsentation zu sich lädt, ist die Erwartungshaltung naturgemäß groß. Wird nun der bevorstehende Börsengang (engl. »initial public offering«, abgekürzt IPO) - von dem Insider schon lange munkeln –endlich öffentlich gemacht? Bevor das Management Board auf das in einer alten Backsteinhalle neben dem Ostbahnhof improvisiert errichtete Podium steigt, werden die Spielregeln festgelegt: Etwaige Fragen sind während der Präsentation an eine E-Mail-Adresse zu senden. Sie werden in der Folge auf Kärtchen notiert, den Vortragenden gereicht, verlesen und mehr oder weniger ausführlich beantwortet.


Testklub: Shoppen statt Baden

Der Modehandel hat vom schlechten Sommerwetter profitiert. Im Juli wurde erstmals seit Februar wieder ein spürbares Plus eingefahren. Der heurige Juli brachte in vielen Regionen doppelt so viel Regen wie im langjährigen Durchschnitt und deutlich weniger Sonnenstunden. Stabiles Badewetter gab es kaum einmal. Was also anfangen mit den Urlaubs- und Ferientagen? Shoppen! Dass das schlechte Wetter gut für den Modehandel war, zeigt sich auch daran, dass die Umsätze gerade dort am besten waren, wo es am meisten regnete: in den östlichen Bundesländern. In Wien, Dort legten die Mode-Erlöse im Juli um 3,5 % zu. Auch der Süden schlug sich mit 2,3 % sehr gut, während die westlichen Bundesländer mit +0,9 % diesmal das Schlusslicht bilden.


Sportswear: Gemeinsam statt einsam

Die Umwälzungen im heimischen Sporthandel sind dramatisch. Chancen tun sich für Fachhändler auf, deren Nähe die Lieferanten nun suchen. Jetzt heißt es: Kämpfen um wertvolle Partner! Der österreichische Sporthandel arbeitet sich momentan an zwei Baustellen ab. Einerseits sind da der Wegbruch von Eybl und das Auftreten des Superdiskonters SDI (Sports Direct). Andererseits ist da die Übernahme von Intersport Österreich durch Intersport Deutschland und die Zusammenführung in eine GmbH. In dieser Phase des totalen Umbruchs und einer enormen Bewegung im Handel liegt es auf der Hand, Fragen zu stellen. Fragen, die alle beschäftigen. Matthias Eder, Marketingleiter bei Mammut Austria, schreibt an die Redaktion: «Die Fragen sind alle sehr heiß und treffen die aktuelle Entwicklung auf den Kopf. Leider können wir derzeit keine konkreten Antworten  geben, da wir noch an Lösungen arbeiten.« Bei den »heißen« Fragen handelt es sich etwa um folgende: Welche Konsequenzen wurden aus der aktuellen Entwicklung gezogen? Wie ändert sich die Vertriebsstruktur, nachdem mit Sport Eybl der größte Sporthändler Österreichs Geschichte ist? Welche Strategie braucht es nun für den österreichischen Markt? Und wie steht man SDI gegenüber?


Industrie: Adel für den Kleiderschrank

Handstich residiert in einem Schloss. Marken-Macher André Bergerumschreibt die Kollektionsaussage mit »Range-Rover-Feeling für Mode-Connaisseurs.« Zum Privatbesitz des Grafen zu Toerring-Jettenbach zählen nicht nur Pilsen- und Wörthsee, rund 30 Autominuten südwestlich von München, sondern auch das oberhalb auf einem Felssporn gelegene Schloss Seefeld, ein Gebäudeensemble mit 16.000 m² Nutzfläche. Eindeutig zu viel Platz für eine hochwohlgeborene Familie, auch wenn sie hier schon seit 500 Jahren zu Hause ist. So ist die Nutzung heute vielfältig: Künstlerateliers, Uhrenmanufaktur, Modeboutique, Wohnaccessoires- & Lifestyle-Haus, Kochschule, Hautarztpraxis, Kosmetikstudio, diverse Consulter, Programmkino, Bräustüberl und nicht zuletzt auch die André Berger GmbH, welche unter United Fashion Service firmiert.


Schuhe: Chic geerdet

Erst Schuhwerk macht den Look komplett. Wen wundert’s, dass deshalb immer mehr Modehändler mit Schuhsortimenten Flagge zeigen? Franz Bammer beliefertsie alle: Maßkonfektionäre, Schuster mit Ladengeschäft, Herrenausstatter, Schuhfachhändler, Modehäuser - und dies im gesamten deutschsprachigen Raum. Der Gründer und Chef der Schuhmanufaktur »Handmacher« hat den Blick fürs Ganze und stellt fest: »In der Schuhbranche gibt’s immer weniger Fachgeschäfte, da ist die Modebranche vergleichsweise noch besser bestellt. Und es wird immer besser verstanden, wie man mehr Umsatz erzielt – grad dann, wenn man die Kundschaft schon mal im G’schäft herinnen hat.«