Ausgabe 15/2015

Kompromisslos neu!
Schuhmode F/S 2016

Kongress: Handy als Wachstumsturbo

Der Versandhandelstag des Handelsverbands wieder im Zeichen des E-Commerce-Geschäfts. Wichtigster Trend: Die Umsätze wachsen kaum noch. Ein bestimmendes Thema: das Smartphone. Fünfzig Prozent der Händler sind sowieso schon tot, dreißig Prozent sind stark gefährdet.« Wenn’s darum geht, markige Aussagen zu sammeln, sind Veranstaltungen zum Thema E-Commerce immer gut. Diesmal war’s Martin Groß-Albenhausen vom deutschen Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh), der den obligatorischen Schreckschuss in Richtung stationären Handel abgab. So viel sei verraten: Er blieb mit seiner Ansicht in der Minderheit. Mehr Zustimmung erntete der Branchenvertreter da schon mit einer zweiten These: »Manche Geschäftsmodelle hatten ihre Zeit und sollten auch nicht gerettet werden.« Klar, mit vorgestrigen Geschäftsmodellen ist heute nichts mehr zu holen. Doch ebenso klar wurde beim Versandhandelstag, dass das wahre Glück für den Handel längst nicht mehr im reinen Onlinegeschäft gesehen wird, sondern in der Verknüpfung der realen mit der virtuellen Welt.


Neue Stores: Pop-Up wird wachsen

Der Handel ist auf der Suche nach neuen Wegen. Die Pop-ups sind den Kinderschuhen entwachsen und zeigen neue Möglichkeiten auf. Das Pop-up-Business ist zwar nach wie vor ein junges Phänomen. Aber es professionalisiert sich zusehends. Brauchte man anfangs oft noch glückliche Zufälle, um über kurzfristig leer stehende Geschäftslokale zu stolpern, deren Besitzer dann auch noch bereit waren, diese Flächen für nur geringe Zeitspannen zu vermieten, so gibt es heute bereits professionelle Hilfe für beide Seiten, für Interessenten und Vermieter. Das tut der frischen, lebhaften Aura, die diese nur temporär verfügbaren Läden umgibt, aber keinen Abbruch. Zum Glück, ist doch genau dieser unverbrauchte Charakter einer der Erfolgsfaktoren der Pop-up-Szene.  


Online: Business Punks

Hinter dem Erfolg von Zalando steht die Softwareschmiede Rocket Internet. Was jeder von diesem Unternehmen lernen kann: groß zu denken. »We build companies« - so lautet der Leitspruch von Rocket Internet, jener Berliner Start-up-Schmiede, die hinter Unternehmen wie dem Modeversender Zalando, dem Klingeltonanbieter Jamba, dem Möbelshop Home24, der Partnerbörse eDarling oder dem Lieferdienst Lieferheld steht. Rocket Internet baut also Unternehmen. Und wie: »Von der Idee bis zum fertigen Geschäftsmodell dauert es bei uns zwei Wochen. Und in 100 Tagen sind wir damit am Markt«, erklärte Unternehmenssprecher Andreas Winiarski am jüngsten Versandhandelstag des Handelsverbands.  


Schuhe: Innovation entscheidet!

Der Schuhmarkt rückt enger an die Mode. Weil beide Branchen derzeit nur eine Chance haben: auf modische Neuheiten zu setzen und Basics aus dem Programm zu streichen. Breuninger in Düsseldorf, aktuell wahrscheinlich eine der schönsten Schuhflächen in Deutschland. Auf der einen Seite noch Sale, auf der anderen schon der erste modische Blick in den Herbst. Ausgefallenes Schuhwerk (nicht nur in der Königsklasse) da wie dort. Der Schuhmarkt hat schnell gelernt von der Mode. Die Wiederholung von Bestsellern, so verlockend wie erscheinen mag, bringt  Handel und Industrie unweigerlich in die Defensive. Neue Labels, innovative Styles – und zwar so präsentiert, dass auch die Durchschnittskundin überrascht wird. Zum Sommer 2016 verabschiedet sich die Schuhmode von der Hot-Seller-Verwaltung.