Ausgabe 15/2014

ORDER-UPDATE:
Lustig, anders
SCHUHE F/S 2015:
Schön am Boden bleiben

Kongress: »Mut zum Risiko«

Die Katag will ihre Mitglieder fit fürs digitale Zeitalter machen. Ganz selbstkritisch gab sich auf der Katag-Cheftagung Esprit-Chef José Manuel Martínez. Deutschland Mitte Juli, kurz nach dem WM-Finale: Da kann sich kaum jemand das Naheliegende verkneifen. Auch nicht Katag-Chef Daniel Terberger. „Wir sind Weltmeister…“, verkündet er gleich zu Beginn der Katag-Cheftagung, mit 400 Gästen einer der größten Kongresse für den Modefachhandel im deutschen Sprachraum. Um dann gleich eine umso überraschendere Brücke zu schlagen zum Thema der Tagung: dem Wertewandel. Denn nach dem obligatorischen Applaus für die Nationalelf fügt Terberger hinzu: „… aber wir sind nicht mehr Papst.“ Was das mit der Katag, mit dem Modehandel zu tun hat? Franziskus I. statt Benedikt XVI.: Dieses Bild bemüht Terberger zur Illustration seiner These, dass sich das Zeitalter des Besitzes seinem Ende zuneige: Benedikt trägt schlichtes schwarzes, orthopädisches Schuhwerk statt der viel belächelten roten Prada-Schuhe seines Vorgängers.


Industrie: Zurück in die Zukunft

Wolford schreibt im zweiten Jahr in Folge rote Zahlen – und blickt dennoch optimistisch in die Zukunft. Vorstandssprecher Axel Dreher will den Markenkern heraus schälen. Wolford soll wieder werden, was es war. Manchmal erklären die reinen Zahlen den Zustand eines Unternehmens nur unzureichend. Der Vorarlberger Strumpferzeuger bilanziert im Geschäftsjahr 2013/14 wieder negativ. Das Umsatzplus von 1% (auf 155,87 Mio.€) fiel so schmal aus, dass Wolford 2,81 Mio. € Verlust macht. Negative Währungseffekte in Russland und Großbritannien und ein Rückgang im Wholesale, der erst im Jahresverlauf etwas gebremst werden konnten, ließen kein besseres Ergebnis zu. Der ernüchternden Bilanz steht entgegen, was Vorstandssprecher Axel Dreher und Finanzchef Thomas Melzer in den letzten sechs Monaten getan haben, um das einstige Vorzeigeunternehmen wieder auf Kurs zu bringen.


Fashion Week: Wohin, Berlin?

Umzug ins Eisstadion, die Fußball-WM im Nacken, mehr Glitzer weniger Glamour – und doch beweist sich die Berliner Fashion Week erneut und spielt ein Ass aus: ihren unwiderstehlichen, ureigenen Charme. Commerzbank, Sexshop, Eisstadion - so lauteten die Eckpunkte des Bermudadreiecks, das zur Fashion Week in seinen Bann zog. Genauso eigen wie diese Koordinaten anmuten, war auch das grundsätzliche Feeling dieser Berliner Modewoche. Eigentlich sprachen alle nur über Fußball. Die WM-Fanmeile hatte der Fashion Week den Stammplatz vor dem Brandenburger Tor gekostet. Bei schwül-heißen Temperaturen schien das Erika-Hess-Eisstadion als Alternativ-Location verlockend. Wirklich überzeugen konnte der wenig charmante Betonbau allerdings nicht, was dazu führte, dass Labels wie Dorothee Schumacher, Vladimir Karaleev oder Dawid Tomaszewski in bezaubernden Offsite-Locations zeigten.


Messe: Gewitterfront über Bread & Butter

Die Bread & Butter verlässt Berlin – zumindest im Winter. Die Gewitterwolken begleiten sie bis nach Barcelona. Etwas lag in der Luft, am ersten Messetag der diesjährigen Sommer-Ausgabe der Bread & Butter. Und das lag weder am anstehenden Halbfinalspiel der deutschen Nationalmannschaft, die dieses wie wir heute wissen für sich entscheiden konnte. Noch lag es an den prognostizierten Unwettern, die an diesem Abend einigen das Public Viewing verregnen sollten. Vielmehr waren die Gerüchte, die Messe könnte Berlin den Rücken kehren, Gesprächsthema Nummer eins. Am Abend lieferte Messe-Chef Karl-Heinz Müller dann die Bestätigung. Ja, seine »Tradeshow for Selected Brands« wird umziehen. Bereits die nächste Ausgabe im Winter 2015 wird in Barcelona abgehalten. Aber es ist kein endgültiger Abschied von Berlin, denn die deutsche Hauptstadt wird zur Sommerresidenz der Messe, während man in der kalten Jahreszeit in den Süden flüchtet.


Schuhe: Immer schön am Boden bleiben!

Die Schubranche folgt der Mode. Eine Vielzahl von individuellen Styles ersetzt sogenannte Megatrends. Ran an die Mode: Das ist nicht nur das Ziel der Düsseldorfer Schuhmesse GDS, die in der vergangenen Woche (und damit sechs Wochen früher als gewohnt) unter neuen Vorzeichen stattfand. Denn nicht nur in der Terminisierung, auch in den Inhalten rücken die beiden Branchen offensichtlich enger zusammen. Nur einen Tag nach dem Ende der CPD zeigten 370 Schuherzeuger aus insgesamt 245 Ländern, was man im Sommer 2015 tragen wird. Die Rechnung ging offensichtlich auf: Händler und Einkäufer (auch der führenden Modehäuser Deutschlands) hingen einen Tag an, um sich über die Schuhtrends zu informieren.