Ausgabe 14/2015

Zeitenwende
Womenswear F/S 2016

Neue Weite, Spitze und Velours

Marken: »No Risk – NO FUN!«

Sven Joosten ist seit neun Monaten Country Manager von Bestseller Österreich. Mit neuen Marken will er frischen Wind in den Multilabel-Handel bringen. Vero Moda, Jack & Jones, Only: Das sind die bekanntesten Marken der dänischen Bestseller-Gruppe. Neben einer breiten Distribution im Multilabel-Handel sind die drei Marken hierzulande auch mit 83 Monolabel-Stores, großteils in Einkaufszentren, vertreten. Doch Bestseller ist mehr: »Das Markenportfolio unserer Gruppe ist weit größer als jenes, das wir bisher in Österreich angeboten haben«, berichtet Sven Joosten, seit November des Vorjahres Country Manager für Österreich. Neben den drei eingangs genannten sind auch weitere Marken wie Pieces, Vila, Name it oder Mamalicious bereits länger in Österreich erhältlich. Doch Joosten hat es sich zum Ziel gemacht, das Angebot nochmals deutlich auszuweiten. »Der Markt fragt nach neuen Sachen. Ich versuche nun, dem Wunsch des Handels nachzukommen«, so der gebürtige Niederländer. Da ist einmal die junge Marke Adpt., die irgendwo zwischen cleaner Streetwear und Contemporary angesiedelt ist. »Einem Fachhandelspartner aus Tirol wurde die erste Auslieferung aus den Händen gerissen«, berichtet Joosten, der seit 18 Jahren in Wien lebt. Ebenfalls neu bei Bestseller Österreich ist Y.A.S aus dem Segment Modern Woman.


Berlin Schauen: Starhilfe in Berlin

Bei der Fashion Week in Berlin dreht sich nicht alles nur um die großen, etablierten Labels. Auch immer mehr Newcomer bekommen Starthilfe ins Modebusiness. Die Berliner Fashion Week spielt sich längst nicht mehr ausschließlich im Zelt am Brandenburger Tor ab. Sondern zum Beispiel auch im Kronprinzenpalais, wo zum zweiten Mal der von Vogue-Chefredakteurin Christiane Arp und Marcus Kurz initiierte Berliner Mode Salon mit Fokus auf deutschem Design stattfand. Der eigene Vogue Salon bot außerdem talentierten Nachwuchsdesignern die Möglichkeit, sich dem Fachpublikum zu präsentieren. Fixer Bestandteil der Modewoche ist mittlerweile auch die Vergabe des Designer for Tomorrow Awards von Peek & Cloppenburg, über den sich dieses Mal Mareike Massing freuen durfte.


Berlin Messen: Der Bär hat ausgesteppt

Die Bread & Butter von Karl-Heinz Müller ist endgültig Geschichte. Für ein internationales Modemessenpublikum müssen nun andere sorgen. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Sentimentalität sollte im harten Modebusiness keinen Platz haben - eigentlich. Doch Wehmut ist unvermeidlich, wenn man zuerst durch die spärlich frequentierte Check-in-Halle des ehemaligen Flughafens Tempelhof schreitet und dann dort hinaustritt, wo im Sommer 2014 noch der Bär steppte. Statt Jubel, Trubel Heiterkeit (und bis zu 100.000 Messebesucher) nun ein einsamer Rosinenbomber am Rollfeld und viele Absperrgitter an allen Ecken. Ganz rechts am ehedem Denim-Base genannten Filetstück der B&B stehen ein paar Liegestühle und eine Handvoll Imbiss-Wägen, die auf Einkäufer mit Zeit und Muße warten. Danach drei Hallen Messe: Hinten das Experiment eines Kindermodenkonzepts namens »Cookies Show« mit rund 70 Labels. Vorne ein Mix an Start-Ups, die vom veganen Kondom über ökologisch nachhaltige Zahnbürsten bis zum Strumpflabel namens »Stinky Socks« allerlei Skurrilitäten feilbieten. Dazwischen ein paar wackere verbliebene Street- & Urban-Wear-Anbieter, von denen Cinque, CG – Club of Gents, Khujo und Mavi wohl die bekanntesten Namen sind.


DOB: Soft Summer

Alles auf Anfang in der DOB: Sie erneuert sich mit starken Einzelteilen, neuen Silhouetten und moderater Farbpalette. Bunt ist anders. Der erste Eindruck auf der Berliner Panorama ist der eines Sommermorgens am Strand. Alles hell und licht, alles sandig, verschwommen, natürlich. Ab und zu ein paar Pastelle, ein paar Blumen(drucke), ab und zu ein Farbtupfer in Koralle oder Indigo, einzeln verstreut wie Sandspielzeug an der oberen Adria. Viel Licht und Klarheit, das scheint das Motto der neuen DOB für Sommer 2016 insgesamt zu sein. Keine komplizierten Looks, stattdessen easy Layering. Keine kantigen Formen, dafür fließende Materialien und Styles, selbstverständlich aussehen – und auch so getragen werden. Nichts soll anliegen, einschränken gar, die neue Weite beginnt im Kopf und endet am Hosenbein.