Ausgabe 10/2017

Zukunft Jetzt
70 Jahre Österreichische Textil Zeitung

Mode Morgen: Fake Fashion

Zwischen Timing und Nachhaltigkeit, zwischen Modehunger und Langeweile schwankt die Zukunft der Mode. Sie wird revolutionärer, als wir denken. Und zwar ganz anders revolutionär. Starmodel Gigi Hadid auf dem Laufsteg, Lady Gaga in der ersten Reihe, was kann da schon schiefgehen? Als US- Modemacher Tommy Hilfiger am Strand von Venice Beach die Modenschau für Frühjahr/Sommer 2017 als Festival verkleidete und neben 1.000 Profis auch 2.000 »normale Menschen« lud, war klar: »See Now Buy Now« war im Mainstream angekommen.


Technologie Morgen: Mensch + Maschine

Mit 3D-Druck und Wearables stehen der Modeindustrie spektakuläre Innovationen bevor. Der Nähroboter verspricht sekundenschnelle Arbeitsabläufe und noch geringere Produktionskosten. Als im vergangenen Frühjahr die »See now, buy now«- Diskussion aufflammte, war die Modewelt in zwei Lager gespalten: In New York und London war man eupho- risch, in den traditionellen europäischen Modemetro- polen lehnte man das Modell ab. Unter den Pro-Argu- menten war auch jenes der beschleunigenden digitalen Fertigungstechnologien. Insider fragten sich, was damit gemeint sei. Teilprozesse wie der Zuschnitt, das Anbringen von Knöpfen und das Nähen von Taschen konnten bereits automatisiert werden, aber es braucht immer noch einen Menschen, um die Schnittteile zusammenzunähen.


Talente Morgen: Fashion's got talent

Altes Handwerk, neue Technik – interdisziplinäres Lehren & Lernen heißt die Zukunftsperspektive für die Talenteschmieden der Modebranche. Nachfolgend Ein- und Ausblicke von einem Lokalaugenschein beim Nachbarn. Ist Schwyzerdütsch okay?« – Niemand widerspricht, also halte auch ich meinen Mund. Hier, mitten in Zürich an der Schweize- rischen Textilfachschule (STF), hat man das ganze Haus für zwei Tage auf den Kopf gestellt. Von der Tiefgarage, die extra für die abendliche Fashionshow geräumt wurde, bis zu den Klassen- zimmern in fünf darüber liegenden Geschoßen. Zwei Räume davon sind quasi zum Auditorium Maximus zusammengefasst. Hier findet das »Textile & Fashion Forum« statt, es ist brechend voll, und man spricht am Podium Deutsch – na ja, Schweizerdeutsch eben.


Kommunikation Morgen: Blog, Blog, hurra!

Influencermarketing ist ein wichtiges Tool. Professionellen Modejournalismus werden die gehypten Blogger aber niemals ersetzen. Die Textilzeitung tauchte in die Welt von Instagram und Co. Gibt man bei Google das Wort »Chiara« ein, erscheint als erster Vorschlag Chiara Ferragni, 30, gebürtige Italiene- rin, Topmodel, Modedesignerin und Gründerin des Blogs »The Blonde Salad«, der es auf Instagram zu mehr als neun Millionen Followern gebracht hat. Die Queen aller Modeblogs, die ein riesiges Team an Bloggern beschäftigt, mit einem Durchschnittsalter von 28. Und entsprechenden Werbeprei- sen für jene Unternehmen, die von »Blonde Salad« gefeatured werden. Mit eigenem Shop, wo man zu echten Designerpreisen nicht nur Ferrag- nis-Kollektionen, sondern auch Faby-Nagellacke kaufen kann. Ferragni ist der Ferrari unter den Bloggern, im Luxussegment angesiedelt. Zu ihren Kooperationspartnern zählen Christian Dior, Louis Vuitton, Max Mara, Chanel, Tommy Hilfiger, J Brand und Seven for All Mankind.


New Business Morgen: Get inspired!

Viele neue Business- Modelle und Geschäftsideen bewegen die heimische Wirtschaft. Vorreiter ist zumeist der Technologie-Sektor. Aber auch für die Mode- und Textilbranche gibt es hier große Chancen für die Zukunft. Ganz vorne dabei: die Schwarmfinanzierung. Stellen Sie sich vor, Sie haben eine richtig gute Idee. Eine Idee, die andere Menschen genauso begeistern wird wie Sie. Eine Idee, die ein Bedürfnis befriedigt, das sie viel- leicht selber erst geweckt hat. Eine Idee, die ein kleines Problem auf innovative Weise löst. Oder gar eine Idee, die die Welt ein bisschen besser oder einfach nur schöner macht. Eine Idee, deren Umsetzung aber auch Geld kostet. Stellen Sie sich weiter vor: Ihr Eigenkapital ist überschaubar. Von der Bank bekommen Sie kein Darlehen im ausreichenden Umfang. Und ein großzügiger Investor ist ebenfalls nicht in Sicht. Vor einigen Jahren wäre Ihre Idee damit gestorben, ohne jemals wirklich das Licht der Welt erblickt zu haben. Doch heute gibt es eine neue Form der Finanzierung, auf die immer öfter gesetzt wird: Crowdfunding macht sich die Schlag- bzw. Finanzkraft der Masse zunutze.


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