Ausgabe 06/2015

Einkaufszentren
Ein Outlet für Linz

Bunte Socken
Männer bekennen Farbe

Industrie: »Gloriette ist kerngesund«

Gloriette hat einen neuen – alten – Eigentümer. Peter Hofer hat das Unternehmen aus der Insolvenz herausgekauft. Hofer, der die Hemdenmanufaktur mit Sitz in Stegersbach bereits von Ende 2004 bis zum Verkauf an die Rudigier & Partner GmbH im Jahr 2012 als Geschäftsführer und Eigentümer geleitet hatte: »Es war mir eine wirkliche Herzensangelegenheit, dieses Unternehmen zu erhalten. Ich glaube zu 100 % an Gloriette. Ich habe das Unternehmen sieben Jahre lang immer nur mit positiven Bilanzen geführt. Und das Kerngeschäft, das ich jetzt wieder übernommen habe, ist absolut gesund.« Hofer hatte Gloriette 2012 an die Rudigier & Partner GmbH verkauft, um wieder mehr Zeit für sein Stammunternehmen, den Kostümverleih und Film-/TV-Ausstatter Lambert Hofer zu haben.


Einkaufszentren: Flächenschwemme

Das war noch nie da: Am 19. März gingen gleich drei neue Einkaufszentren in Betrieb. Ein Überblick über die Neueröffnungen und Erweiterungen. Auch heuer wird es nichts mit der schon so lange prognostizierten Trendwende: Obwohl die Handelsumsätze im Vorjahr zum vierten Mal in Folge schrumpften, geht das Flächenwachstum munter weiter. Begonnen hat den diesjährigen Eröffnungsreigen am 26. Februar das Citygate (siehe auch TZ 5/15) mit rund 20.000 Quadratmeter Handelsfläche in einem Stadtentwicklungsgebiet im Norden Wiens. Schlag auf Schlag ging es dann im März: Da wurden an einem Tag gleich drei neue Einkaufs- und Fachmarktzentren eröffnet: die Galleria Danubia in Hainburg, das Fachmarktzentrum Pado in Parndorf und die Shopping Arena Salzburg.


Schauen: Freiraum

Von Paris bis New York ist der Schauenreigen getanzt – was bleibt, sind die wichtigsten Tendenzen für Herbst/Winter 2015/16. Die Ausrichtung ist klar: Was sich in den vergangenen Saisons in einem hohen Maß an Sportivität und einem rockigen Revival der 70er-Jahre äußerte, findet nun seine Fortsetzung. Eine Fortsetzung, die es schafft, nicht bereits Dagewesenes wiederzukäuen, sondern die Essenz dieser Strömungen zu erfassen und sie zu etwas Neuem, Klarem und Entspanntem zu machen. Im Mittelpunkt dieser Konzentration steht einerseits ein ethnisch inspirierter Bohemian-Look, der seinen Kern in den Siebzigern hat und in unterschiedlichsten Ausprägungen interpretiert wird (von schrill-schräg bis zu romantisch-authentisch bei u.a. Tory Burch, Burberry Prorsum, Isabel Marant oder Marc Jacobs), andererseits ein starker Lagenlook, der Schicht um Schicht auf lockere Silhouetten und Volumen setzt (bei u.a. Max Mara, Lemaire, BCBG Max Azria oder DKNY). Die neuen Kollektionen gewähren einen Freiraum, der seiner Trägerin Platz lässt, sie selbst zu sein.


Basler: Der harte Weg zurück

Basler hat es nicht leicht: Mitten in der Restrukturierungsphase bricht der russische Markt weg. In Goldbach will man dennoch auf Kurs in Richtung Modernisierung bleiben. Basler – das war einmal die ganz große Nummer. Das Unternehmen, in den 1930er-Jahren in Berlin gegründet, machte bis vor ein paar Jahren alles richtig. Unter dem harten Kurs von Gerd Haider bediente man eine stabile, dankbare und kaufkräftige Zielgruppe: die Frau über 60. Mit einem verlässlichen, qualitativ gleichbleibend hohen Produkt, einer konsequenten Kollektionsaussage und extrem treuen, weil erfolgreichen Handelspartnern galt das fränkische Unternehmen als Ertragsperle. Mit dem Verkauf an den Private-Equity-Fonds Triton brachen neue Zeiten an. Managerwechsel, immer neue Strategien (unter anderem der gescheiterte Versuch der Zweitmarke MYBC) und der Vorwurf, der Brand würde im Gleichschritt mit seinen Kundinnen altern, brachten das einstige DOB-Schlachtschiff ins Trudeln.