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Zalando will so groß wie H&M werden

Der Online-Modehändler Zalando wuchs im Vorjahr um 20 Prozent. Der Gewinn halbierte sich allerdings. Mittelfristig wird nun ein Umsatz von 20 Milliarden Euro anvisiert.

Dank eines starken letzten Quartals konnte Zalando das Geschäftsjahr 2018 doch noch mit einem Gewinn abschließen. In Summe erzielte der deutsche Modeversender ein Umsatzplus von 20 Prozent auf 5,39 Milliarden Euro. Zusätzlich wurden im Rahmen des Partnerprogramms über die Plattform Zalando.de noch weitere Waren im Wert von 1,2 Milliarden Euro verkauft. Zu diesem Wert liegen noch keine Vergleichszahlen vor. Das Wachstum des Partnerprogramms war aber überdurchschnittlich, meldet Zalando.

Hervorragendes viertes Quartal

Das um Einmaleffekte bereinigte Ergebnis EBIT ging um ein Fünftel auf 173,4 Millionen Euro zurück, der Nettogewinn halbierte sich auf 51,2 Millionen Euro. Darauf, welche Faktoren den Gewinn drückten, geht das Berliner Unternehmen in der Presseinformation nicht ein. Dass das Ergebnis überhaupt positiv ausfiel hat Zalando ausschließlich dem guten vierten Quartal zu verdanken: Per Ende September war noch ein Nettoverlust in Höhe von 4,9 Millionen Euro in der Zwischenbilanz gestanden.

Durchschnittlicher Warenkorb rückläufig

Tatsächlich konnte das der Versender im Schlussquartal seinen Umsatz sogar um 24,6 % steigern und in diesem Zeitraum 1,3 Millionen Neukunden gewinnen. Insgesamt wuchs die Zahl der Kunden im Vorjahr um 14,4 Prozent auf 26,4 Millionen Die Zahl der Bestellungen legte sogar um 28,4 Prozent auf 116,2 Millionen zu. Anders formuliert bestellt also jeder aktive Kunde im Durchschnitt bereits 4,4 Mal pro Jahr (2017: 3,9 Mal). Der Wermutstropfen: Die durchschnittliche Warenkorbgröße macht nur noch 57,2 Euro aus, nach 60,6 Euro im Jahr davor. Weiteres Detail: Bereits mehr als 80 Prozent der Zugriffe auf das Webangebot von Zalando erfolgen von mobilen Geräten.

Weitere Ziele

Für das Geschäftsjahr 2019 rechnet Zalando mit einem GMV-Wachstum von 20 bis 25 Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis EBIT sollte planmäßig wieder steigen und einen Wert von rund 200 Mio. Euro erreichen. Für die weitere Zukunft legt sich der Modeversender die Latte jedoch noch deutlich höher: Bis 2023/24 wird (inklusive Partnerprogramm) ein Umsatz von 20 Milliarde Euro angestrebt. Zum Vergleich: Das ist in etwa der Umsatz, den H&M im gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr erzielte (20,3 Milliarde Euro).

Eine Schlüsselrolle bei diesem Wachstum soll das Partnerprogramm spielen, über das Marken ihre Produkte direkt an den Kunden verkaufen können. 2018 wurde diese Plattform von mehr als 250 Partnern genutzt und trug etwa 10 Prozent zum gesamten Bestellwert bei Zalando bei. Dieser Anteil soll bis 2023/2024 auf bis zu 40 Prozent steigen.

Von: Manuel Friedl