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Zalando vervierfacht Verlust

»In einem herausfordernden Marktumfeld konnten wir unseren hohen Wachstumsambitionen nicht gerecht werden.« So fasst Zalando den Geschäftsverlauf im 3. Quartal 2018 zusammen.

Tatsächlich wurde von Zalando in den drei Monaten von Juli bis September ein bereinigter operativer EBIT-Verlust von 38,9 Mio. Euro erzielt. Im Vorjahr stand hier noch ein kleines Plus von 400.000 Euro. Nach Steuern hat sich der Verlust fast vervierfacht (von 11,1 auf 41,7 Mio. Euro). Den Umsatz steigerte das Unternehmen, das sonst für Wachstumsraten von mehr als 20 % bekannt ist, lediglich um 11,7 % auf 1,2 Mrd. Euro. Und hier liegt schon eines der Probleme: Denn tatsächlich wuchs die Zahl der Bestellungen um 22,8 % auf einen neuen Höchstwert von 27,7 Mio. Doch die durchschnittliche Warenkorbgröße sank von 62,0 Euro im Vorjahresquartal auf einen neuen Tiefstwert von 57,5 Euro. Und wenn zwar immer mehr Bestellungen eingehen, der Wert pro Bestellung jedoch sinkt, lässt das die Logistikkosten explodieren. Und tatsächlich muss Zalando mittlerweile gut 30 % des Umsatzes für Fulfillment-Kosten aufwenden. Im Vorjahresquartal lag dieser Anteil noch bei 27 %. Aber auch der spätere Saisonstart und höhere Rabatte werden für den Ergebniseinbruch verantwortlich gemacht.

Für das Gesamtjahr sieht sich Zalando trotzdem auf jenem Kurs, der Mitte September ausgegeben wurde: Der Umsatz soll um 20 % wachsen, das bereinigte EBIT bei 150 bis 190 Mio. Euro zu liegen kommen.

Von: Manuel Friedl