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Zalando verkauft heuer für 10 Mrd. Euro

Der Online-Modehändler hat seine Verkäufe im Vorjahr um fast 24 % auf 8,2 Mrd. € gesteigert und dabei einen Nettogewinn von 100 Mio. € erzielt. Für heuer wird ein weiteres Plus von gut 20 % erwartet.

Der Berliner Onlinehändler Zalando ist auch 2019 rasant gewachsen. Die Zahl der aktiven Kunden (mit mindestens einer Bestellung im Jahr) stieg um 4,6 Mio. auf 31 Mio. Die durchschnittliche Anzahl der Bestellungen pro Kunden erhöhte sich von 4,4 auf 4,7 Bestellungen. Jedoch verringerte sich – wie schon seit Jahren – auch im Vorjahr der durchschnittliche Warenkorb: Die Warenkorbgröße (nach Rücksendungen) betrug im Geschäftsjahr 2019 nur noch 56,6 €, nach 57,1 € im Jahr davor. Der durchschnittliche Kunde gab im Vorjahr somit 266 € bei Zalando aus.

Nettogewinn verdoppelt

In Summe wurden im Vorjahr europaweit Waren im Wert von 8,2 Mio. € bei Zalando gekauft. Das ist ein Plus von 23,6 %. Bei rund 15 % traten dabei Partner als Verkäufer auf, die Zalando lediglich als Plattform nutzten. Der Umsatz von Zalando selbst wuchs um 20,3 % auf 6,5 Mrd. €. Inzwischen wird der überwiegende Teil des Umsatzes (54 %) außerhalb der DACH-Region erzielt. Im DACH-Raum steigerten sich die Umsätze um 12,7 %.

Bei all dem arbeitete Zalando klar profitabel: Das bereinigte Ergebnis EBIT stieg um 29,7 % auf 224,9 Mio. €. Für das DACH-Geschäft wir sogar eine bereinigte EBIT-Marge von 7,6 % ausgewiesen. Der Nettogewinn hat sich im Vorjahresvergleich auf 99,7 Mio. € verdoppelt.

Outlet-Business wächst

Die Zahl der stationären Outlets hat sich um drei auf acht erhöht. Drei weitere Outlets sind für heuer, drei für 2021 geplant. Laut Marktgerüchten wird auch auf der Wiener Mariahilferstraße ein Standort gesucht, das wollte Zalando jedoch nicht bestätigen. Auch die Kooperation mit Offline-Händlern wird weiter intensiviert: Inzwischen sind bereits mehr als 1.500 stationäre Geschäfte an die Zalando-Plattform angebunden.

Pläne für 2020

Für heuer wurden mehrere weitere Initiativen angekündigt. Zum einen wird das Unternehmen das Premiumsegment erweitern und um Luxusmode ergänzen. Zum anderen steigt Zalando in das Geschäft mit Secondhand-Mode ein. Die Zielwerte für das Umsatzwachstum liegen bei 20 bis 25 % für die gesamte Plattform bzw. bei 15 bis 20 % für den Konzernumsatz. Damit sollte heuer beim gesamten verkauften Warenwert Schwelle von 10 Mrd. € genommen werden. Das bereinigte EBIT soll laut Plan auf 225 bis 275 Mio. € steigen.

Von: Manuel Friedl