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Wolford stürzt weiter ab

Trotz aller Gegenmaßnahmen rückt der Turnaround beim Vorarlberger Wäschekonzern Wolford immer weiter in die Ferne. Die Produktion wurde reduziert.

Die soeben veröffentlichten Kennzahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2018/19 (Mai 2018 bis Jänner 2019) zeigen einen Umsatzrückgang um weitere 9,4 % auf 108,2 Mio. €. Trotz »substanziell verringerter laufender Kosten«, wie es das Unternehmen formuliert, verdoppelte sich der Verlust nahezu. Operativ schrieb Wolford ein Minus in Höhe von 2,3 Mio. €, nach Steuern belief sich das Ergebnis auf -4,2 Mio. €.

Dabei betont das Management, dass das bisherige Restrukturierungsprogramm »deutlich positive Wirkung« zeige. So seien etwa die Personalkosten im Berichtszeitraum um 10 % (oder 4,6 Mio. €) unter der Vorjahresperiode gelegen. Da die bisher getätigten Kosteneinsparungen aber nicht ausreichen, um den Umsatzrückgang auszugleichen, seien nun weitere Maßnahmen notwendig, um »die Kostenstruktur des Unternehmens an das Umsatzniveau anzupassen«, wie es Finanzvorständin Brigitte Kurz formuliert. So wurden bereits im Jänner die Kapazitäten in der Produktion reduziert. Gegenüber der APA betonte Kurz, dass der Standort in Bregenz aber nicht infrage gestellt werde. Außerdem sollen künftig über ein zentrales Einkaufsmanagement deutliche Einsparungen realisiert werden. In Summe sollen die Kosten durch die neuen Maßnahmen in den nächsten beiden Geschäftsjahren um »deutlich über 10 Mio. €« sinken. Die Rückkehr zu einem positiven operativen Ergebnis ist nun erst für 2020/21 geplant.

Umsatz soll wieder steigen

Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen weiter daran, den Umsatz wieder zu steigern. So wurde in den letzten Monaten substanziell in einen neuen Marktauftritt investiert, samt neuer Bildsprache und neuem Store-Konzept, das zu Jahresbeginn in Amsterdam präsentiert wurde. Außerdem soll der neue Haupteigentümer Fosun Wolford dabei helfen, im schnell wachsenden Markt China Fuß zu fassen. Der chinesische Konzern hatte im Vorjahr die Mehrheit der Aktien an Wolford übernommen. Mit 1. Februar wurde nun eine offizielle Kooperation mit der Fosun Fashion Brand Management Company (FFBM) eingegangen, die ab sofort die Marktoffensive in China steuern soll. FFBM ist damit für das operative Management aller Groß- und Einzelhandelskanäle, für den Online-Handel und das lokale Marketing und Merchandising verantwortlich. »Mittelfristig soll der in China erzielte Umsatzanteil vergleichbar sein mit dem der bisherigen Kernmärkte USA (20 % Umsatzanteil) und Deutschland (15 %)«, heißt es. Im Geschäftsjahr 2017/18 erwirtschaftete Wolford in der gesamten Region Asien/Ozeanien lediglich einen Umsatzanteil von 5 %.

Von: Manuel Friedl