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Wolford bleibt tiefrot

Wolford hat im abgeschlossenen Geschäftsjahr weitere 8 % seines Umsatzes verloren. Dass der Verlust nicht noch größer als zuvor ausfiel, wird vom Management als Erfolg gefeiert.

Kein Ende der Krise beim Vorarlberger Strumpfspezialisten Wolford: Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 (per April 2019) verlor der Konzern weitere 8 % seines Umsatzes und kam damit bei nur noch 137,22 Mio. € zu liegen. »Wolford leidet wie der stationäre Modeeinzelhandel weltweit unter einem tief greifenden Strukturwandel und nachlassendem Wachstum in den westeuropäischen Modemärkten«, heißt es dazu vom Management. Der Verlust wurde immerhin nicht weiter ausgeweitet: Das operative Ergebnis EBIT verbesserte sich sogar leicht um 240.000 € auf – 8,98 Mio. €. Das Ergebnis nach Steuern stieg in ähnlicher Größenordnung, fiel jedoch mit – 11,1 Mio. € abermals katastrophal aus. Dabei hat Wolford in den vergangenen Jahren schon gespart was das Zeug hält. Alleine in den letzten beiden Jahren wurden etwa die Personalkosten um 20 % oder 15 Mio. € (oder 197 Vollzeitstellen) reduziert.

Wachstumsimpulse

Von der im Vorjahr durchgeführten Kapitalerhöhung durch den chinesischen Hauptaktionär Fosun ist bereits wieder ein gutes Drittel verbraucht. Das Management übt sich in Zuversicht und sieht die »Weichen für profitables Wachstum gestellt«. Dieses soll durch eine verbesserte Kundenansprache (neue Bildsprache, besseres Kundenmanagement, modernere Verpackungen), neue Produktlinien (die erste Athleisure-Kollektion, die im Vorjahr präsentierte Cradle-to-Cradle-Linie) und eine beginnende Expansion (in Asien, den USA und vor allem über eine verbesserte Wholesale-Präsenz auch in Europa) erreicht werden. Für das laufende Jahr ist in jedem Fall noch mit einem weiteren Verlust zu rechnen, für 2020/21 wird dann ein positives operatives Ergebnis erwartet.

Von: Manuel Friedl