Business

Wieder Fusionsgespräche bei Karstadt und Kaufhof

Die österreichische Signa-Gruppe rund um den Tiroler Investor Rene Benko greift angeblich erneut nach der deutschen Warenhauskette Kaufhof.

Mitbewerber Karstadt gehört bereits seit 2014 zum Reich der Signa. Kaufhof wurde im Oktober 2015 vom kanadischen Handelskonzern HBC übernommen, dieser fand bisher aber kein Rezept, um den verlustträchtigen Handelsriesen mit derzeit 96 Warenhäusern wieder auf die richtige Spur zurückzuführen. Nun soll HBC-Chefin Helena Foulkes sich zu Gesprächen mit Signa-Vertretern in Deutschland getroffen haben, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf »mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen«.

Fusion

Immobilienunternehmer Benko hatte schon mehrfach vergeblich versucht, Kaufhof zu übernehmen. Nun soll jedoch nicht ein Kauf sondern die Gründung eines neuen Gemeinschaftsunternehmens zur Diskussion stehen, so Reuters. Karstadt könne dabei eine Mehrheit von 51 % übernehmen, HCB 49 % behalten. Die Gespräche befänden sich jedoch noch in einem frühen Stadium.

Hintergrund

Benko hatte Karstadt nach der Übernahme 2014 mit Hilfe des Handelsexperten Stephan Fanderl saniert. Fanderl setzte zunächst den Rotstift an, lichtete den Markendschungel im Sortiment und verordnete Karstadt eine verstärkte lokale Ausrichtung der Warenhäuser. Zudem holte er Partner in die knapp 80 Warenhäuser und kurbelte das Online-Geschäft an. Im vergangenen Geschäftsjahr erreichte Karstadt bei einem leichten Umsatzrückgang einen Jahresüberschuss von 1,4 Mio. €. Im laufenden Jahr soll es ein »ausgeglichenes Ergebnis« werden. Die Meldung über die Fusionsgespräche kommt nur wenige Tage nachdem die Signa Holding ihr Retail-Netzwerk mit der Übernahme des österreichischen Möbelhandelsriesen Kika/Leiner deutlich ausgeweitet hat.

Von: Manuel Friedl