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Whyat Fashion: Newcomer mit Nischenanspruch

Mit viel Trendgespür für neue Marken eröffnet der 21-jährige Philipp Ledl seinen eigenen Store Whyat Fashion im 1. Bezirk in Wien.

Wer glaubt, für einen eigenen Fashion-Store braucht es eine langjährige Handelserfahrung, wird von Philipp Ledl eines Besseren belehrt. Der 21-jährige hatte bisher beruflich nichts mit Mode zu tun, spielte stattdessen Fußball, und eröffnete Ende 2018 sein eigenes Modegeschäft Whyat in Wien. Mit zentraler Lage im exklusiven 1. Bezirk erhebt er mit urbanen Street-Styles Nischenanspruch: »In Wien ist das Modeangebot für junge Männer einfach zu klein. Es gibt entweder bekannte Ketten oder internationale, preisintensive Designer, aber dazwischen gibt es nichts. Wir möchten kleinere Labels anbieten, die noch nicht jeder kennt und die es erst morgen anderswo zu kaufen gibt.« Exklusive Streetwear-Brands für eine klar bestimmte Zielgruppe, nämlich modebewusste, sportliche Männer zwischen 13 und 30 Jahren, die vor allem aufgeschlossen sind und auch gerne etwas Neues ausprobieren.

Vom Fußball zur Mode

Mit seinem Blick für neue Marken weckte er in der modeaffinen Sportlerwelt bei Fußballkollegen schnell Interesse, die wie er das Besondere suchten und bei der Zusammenstellung ihrer Outfits Wert auf Alleinstellungsmerkmale setzten. So kam es, dass er sich nach einer Verletzung entschloss, anstelle eines Sporthandels ein Modegeschäft zu eröffnen. Er hat viel beobachtet, ist gereist, war mutig und hat sich für den Store mit 100 Quadratmetern Verkaufsfläche auf der Strauchgasse entschieden, der sich durch klare, geometrische Formen und eine moderne Nicht-Farbigkeit definiert. Der Fokus liegt unmissverständlich auf der Ware. Ein Konzept, das man zunächst im hippen Wiener Trendviertel Neubau vermuten würde. »Das Preis-/Leistungsverhältnis im 7. Bezirk hat mich nicht überzeugt. Im 1. Bezirk sind sehr viele Touristen, zudem ist das Preisverständnis ein anderes. Unser Konzept präsentiert sich sehr hochwertig, vieles ist fair produziert und aus organischer Baumwolle. Aber inmitten der internationalen Designer-Stores überraschen wir die Kunden mit unseren mittleren Preislagen.« Für sein Sortiment bestehend aus T-Shirts, Hoodies, Trainingshosen und Jacken, aber auch für Schuhe und Schmuck hält der Jungunternehmer Augen und Ohren offen, um über neue Brands zu informieren und sie zu inszenieren. Wie BALR., gegründet von Fußballern in Amsterdam, der dänischen Brand Wood Wood, dem skandinavischen Label Selected Homme oder Edwin, Deus ex Machina und den Schuhen von Nubikk.

Soziale Netzwerke bespielen

Einige seiner Lieferanten findet Philipp Ledl selbst über Instagram. Dort ist er aktiv, postet jeden Tag wenigstens ein Foto, wird von Lieferanten angeschrieben und zum Teil gesponsert. Mit knapp 30.000 Followern weiß er, dass es vor allem die Bilder sind, die Interesse wecken. Und es braucht Influencer und andere Blogger, mit denen er in Kontakt ist, um Begehrlichkeiten zu schaffen. Auch für seine Eigenmarke Whyat. Zum Auftakt werden Hoodies und T-Shirts in der mittleren Preisklasse angeboten, im Sommer und Herbst soll es eigene Kapseln geben.

Von: Sandra Seck