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Tom Tailor: Zwischen zwei Welten

Mit zwei neuen Linien stellt sich die Tom Tailor Group für die Zukunft auf. Störfaktor ist und bleibt Bonita.

Mit einem beeindruckend großen Stand präsentierte sich die Tom Tailor Group auf der vergangenen Panorama in Berlin. Gezeigt wurden die beiden neuen Linien »Mine To Five« sowie »My True Me«. Mit ersterer steigt die Gruppe in das Geschäft mit Business-Mode für Frauen ein. Sie kommt ab Februar 2020 in den Handel und decke, so heißt es, den gesteigerten Wunsch der Konsumentinnen nach Casual Businesswear ab. »Die Linie soll jene Tom Tailor-Kundin ansprechen, die uns in der Vergangenheit zwischen 9 und 5 nicht tragen konnte. Wir möchten unseren Kundinnen für jeden Anlass den passenden Look bieten«, so Heiko Schäfer, CEO des Unternehmens. Bereits ab 1. August 2019 mit ersten Kapselkollektionen im Handel erhältlich ist die Plus Size-Linie »My True Me«. Sie umfasst Blusen, Kleider, Röcke, Denims und Blazer. Passform, Muster, Qualitäten, Details und ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis spielen eine wesentliche Rolle. Die Resonanz auf beide Linien sei sehr positiv, so der CEO.

Und dennoch bleibt ein Wermutstropfen: Während die Marke Tom Tailor durchwegs profitabel ist (im vergangenen Jahr konnte die Marke einen operativen Cashflow von mehr als 50 Mio. € ausweisen sowie ein EBITDA von rund 70 Mio. € erwirtschaften) steckt die Konzerntochter Bonita in den roten Zahlen. Der Unternehmensbereich schreibt seit Langem Verluste, letztlich folgte der Beschluss die Marke zu verkaufen. »Diese Entscheidung haben wir mit dem Einverständnis des Investors und der Banken getroffen. Allerdings verlangten die Banken, dass wir uns mit maßgeblicher Unterstützung Fosuns rekapitalisieren. Die Gespräche über die langfristige Rekapitalisierung laufen nun«, so Heiko Schäfer. Nach dem ersten gescheiterten Versuch gehe es nun darum, den Bonita-Verkaufsprozess erneut aufzunehmen. Auch Interessenten aus der ersten Verkaufsrunde könnten kontaktiert werden. »Ich gehe davon aus, dass eine Einigung zwischen den Banken und Fosun im dritten Quartal erfolgen wird«, so Schäfer. Unterdessen setze man bei Bonita konsequent die Restrukturierungsmaßnahmen um, die getroffen wurden. »Mir ist es sehr wichtig, klar zwischen unseren beiden Unternehmensbereich zu unterscheiden. Tom Tailor ist stark. Wir arbeiten operativ normal weiter und haben große Ambitionen zu wachsen.«

Lesen Sie mehr in der Ausgabe 15/2019 der Österreichischen Textilzeitung.

Von: Lisa Hollogschwandtner