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Tom Tailor schreibt 200 Mio. Euro Verlust

Während sich die Marke Tom Tailor in ihrem Kerngeschäft positiv entwickelte, sorgten schlechte Geschäfte und Abschreibungen bei der Tochter Bonita im Jahr 2018 für einen hohen Verlust.

Mit monatelanger Verzögerung und nach der Einigung über eine neue Finanzierungsstruktur hat die Tom Tailor Group nun ihre Bilanz für das Geschäftsjahr 2018 vorgelegt. Die Zahlen fallen so schlecht aus wie erwartet. Nach einem Großreinemachen, das u. a. die Totalabschreibung der Marke Bonita und ein Schließungsprogramm bei Tom Tailor selbst umfasste, steht ein Periodenergebnis von - 179,5 Mio. € in den Büchern, nach einem Gewinn in Höhe von 17,1 Mio. € im Jahr 2017. Auch 2016 war das Ergebnis mit – 73 Mio. € übrigens klar negativ gewesen. Noch schlechter fiel das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) aus, das gleich mit – 216,2 Mio. € negativ war. Im Jahr davor war bei dieser Kennzahl noch ein Plus von 43,9 Mio. € verzeichnet worden.

Wie die Hamburger Modegruppe betont, ist die Hauptmarke Tom Tailor in ihren Kernaktivitäten nicht von der Misere betroffen. Bereinigt um eingestellte Produktlinien und aufgegebene Märkte sei die Marke um 3,4 % gewachsen, die EBITDA-Marge liege bei 10,4 %. Ohne Berücksichtigung dieser Bereinigungseffekte lag der Umsatz der Mainstream-Marke um 5,5 % unter dem Vorjahresniveau bei 618,1 Mio. €. Die Rohertragsmarge legte deutlich von 53,7 auf 56,6 % zu.

Weiter nach unten zeigen hingegen die Zahlen bei der Best-Ager-Tochter Bonita. Dort sank der Umsatz um 15,7 % auf 225,7 Mio. €. Trotz einer beachtlichen Rohertragsmarge von 62,1 % (2017: 69,7 %) lag das EBITDA bei – 38,2 Mio. €. Ausschlaggebend für den hohen Verlust der Modegruppe ist freilich die, wie es heißt »veränderte Einschätzung der zukünftigen Profitabilität« von Bonita, die eine Abschreibung des kompletten Markenwerts in Höhe von 184,5 Mio. € zur Folge hatte. Der Vorstand habe die Restrukturierungsbemühungen bei Bonita nochmals intensiviert, heißt es weiter. Auch ein Verkauf, der schon einmal am Veto der Banken scheiterte, sei weiterhin eine Option.

»Wir werden uns künftig verstärkt auf unsere Kernkompetenzen konzentrieren und uns mit größtmöglichem Engagement dafür einsetzen, die Tom Tailor Group zu einem nachhaltig wachstumsstarken und profitablen Unternehmen zu machen«, kommentiert der neue Finanzvorstand Christian Werner. Die Prioritäten dabei: profitables Wachstum in den Kernmärkten sowie bestehenden und neuen Wachstumsmärkten (z.B. Osteuropa, Russland und Spanien), Stärkung des Bereichs Damenmode und der Ausbau digitaler Vertriebskanäle.

 

Von: Manuel Friedl