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Tom Tailor: Möglicher Abgang der Chefs

Das Unternehmen führt derzeit Gespräche über den Abgang von Vorstandsvorsitzender Heiko Schäfer und Finanzvorstand Thomas Dressendörfer.

Die verschuldete Modemarke Tom Tailor muss wohl bald eine neue Führungsspitze suchen. »Der Aufsichtsrat führt derzeit Gespräche mit dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Heiko Schäfer und dem Finanzvorstand Thomas Dressendörfer hinsichtlich des vorzeitigen Ausscheidens aus der Gesellschaft«, heißt es in einer Ad-hoc-Mitteilung des Unternehmens vom 9. Oktober. Über den Abgang der Führungsspitze wurde bereits spekuliert, als offensichtlich wurde, dass der chinesische Investor Fosun nach der Übernahme von Tom Tailor seine eigenen Pläne forcieren will. So legte auch Chefkontrolleur Dr. Thomas Tochtermann im Mai 2019, auf Drängen des Mehrheitsaktionär Fosuns, sein Mandat nieder. 

365 Mio. € für Tom Tailor

Kurz nach der Ad-hoc-Mitteilung vom 9. Oktober gab das Unternehmen in einer Mitteilung bekannt, dass man sich mit den Konsortialbanken und dem chinesischen Investor über eine neue Finanzierungsstruktur geeinigt hatte. Die neue Vereinbarung, mit einer Laufzeit bis Ende September 2022 und einem Gesamtvolumen von 365 Mio. €, sichert die langfristige Finanzierung des Konzerns und erhöht die Flexibilität für zukünftiges Wachstum.

Aufgrund des dem Term Sheet zugrunde gelegten Planungshorizonts bis einschließlich 2022 und basierend auf dem von BCG für diesen Zeitraum durchgeführten Independent Business Review (IBR), passt der Vorstand die am 13. Mai 2019 veröffentlichten vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2018 an. Die Anpassung liegt im Wesentlichen an der Erhöhung der Drohverlustrückstellungen aufgrund einer konservativeren Bewertung der künftigen Geschäftsentwicklung. Darüber hinaus kommt der Bilanzierungsstandard IFRS 5 (nicht-fortgeführter Geschäftsbereich) nicht mehr zur Anwendung. Grund ist die veränderte Einschätzung des Vorstands bezüglich des Zeitpunkts einer möglichen Veräußerung von Bonita.

 

Von: Márcia Neves