Business

Tom Tailor: Die Probleme bleiben

Auch im 1. Halbjahr 2019 muss Tom Tailor ein deutliches Umsatzminus verdauen, obwohl es der Hauptmarke an sich gut geht.

Aufgrund der vielen Unklarheiten konnte Tom Tailor seine Bilanz für 2018 immer noch nicht vorlegen. Nun gibt der Konzern zumindest mit vorläufigen Zahlen für das zweite Halbjahr 2019 Einblick in die aktuelle Situation. Und die ist keineswegs rosig. So sank der Gruppenumsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,4 % auf 373,6 Mio. €, das operative Ergebnis EBITDA drehte von vormals + 26,8 Mio. € in die Verlustzone auf – 5,7 Mio. €.

Marke Tom Tailor

Dabei lief es für die Kernmarke Tom Tailor eigentlich gar nicht so schlecht: Sie konnte ihre Umsätze im Halbjahr um 1,9 % auf 283,1 Mio. € steigern, wobei einem deutlichen Plus im Retail (+ 4,3 % auf 132,2 Mio. €) ein Pari im Wholesale (- 0,1 % auf 150,9 Mio. € gegenüber steht). Die Marke konnte zumindest auf EBITDA-Ebene auch positiv bilanzieren (+ 9,0 Mio. €, nach + 24,1 Mio. € im Vorjahreshalbjahr).

Bonita

Arg erwischt hat es hingegen die seit Jahren schwächelnde Tochtermarke Bonita: Sie verlor gleich ein Viertel ihrer Umsätze. Bei Verkaufserlösen von nur noch 90,5 Mio. € wurde ein negatives Ergebnis (EBITDA) in Höhe von – 14,7 Mio. € erzielt.

Einmalaufwendungen und Store-Schließungen

Das Konzern-EBITDA wurde vor allem durch Einmalaufwendungen in Zusammenhang mit den laufenden Finanzierungsverhandlungen sowie Storeschließungen stark belastet, teilt das Management rund um CEO Heiko Schäfer mit.

Die letzten Monate waren für Tom Tailor mehr als unruhig. Die Übernahme durch den chinesischen Investor Fosun, der nun 77 % der Anteile hält, wurde vom Management zumindest zwiespältig betrachtet, während ein bereits vereinbarter Verkauf von Bonita mangels Zustimmung der involvierten Banken wieder abgeblasen werden musste. Wie stark dieser Druck auf Tom Tailor machen, zeigt sich auch in der Mitteilung zu den Halbjahreszahlen. Demnach wurde die vor wenigen Monaten vereinbarte Brückenfinanzierung zwar abermals verlängert, jedoch nur bis Mitte September. Bis dahin soll endlich die sogenannte Independent Business Review finalisiert werden, die die Zukunftstauglichkeit von Tom Tailor bestätigen soll. Danach hofft der Konzern auf eine Einigung über eine »finale Finanzierungsstruktur«.

Von: Manuel Friedl