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SCS ohne van Graaf, EKZ-Mieten werden immer öfter nachverhandelt

Das zu Peek & Cloppenburg Nord gehörende Auslandsformat van Graaf zieht sich wieder aus Österreich zurück. Immer mehr Flächen in Österreichs EKZ stehen bei internationalen Handelskonzernen auf dem Prüfstand.

2010 hatte van Graaf seine erste Österreich-Filiale in der SCS eröffnet, aus der damals geplanten Expansion wurde freilich nichts. Jetzt ziehen die Hamburger Eigentümer die Konsequenzen und schließen den 7.000 m² großen Laden, der vom Start weg Schwierigkeiten hatte – auch, um gegen die SCS-Filiale von Peek & Cloppenburg Düsseldorf zu bestehen.

Die Nachvermietung der riesigen Fläche sollte dem SCS-Management nicht schwer fallen: Laut dem gestern veröffentlichten Shoppingcenter Performance Report des deutschen Strategie- und Standortberaters ecostra gilt auch bei den Einkaufszentren: the winner takes it all. Während in kleineren und weniger erfolgreichen Shopping-Centern die Mietpreise mittlerweile brutal (aber erfolgreich) nachverhandelt werden, haben große, erfolgreiche Center wie die SCS, die Linzer Plus City oder der Europark in Salzburg nach wie vor Wartelisten.

Im Performance-Ranking der Shoppingcenter, das in Form einer Online-Umfrage durch Expansionsleiter erstellt wird, führt heuer der Garnmarkt in Götzis (obwohl eher ein Quartier als eine klassische Shopping Mall), der Donautreff im oberösterreichischen Ottensheim sowie der zur SES gehörende Europark in Salzburg. Unter den besten Zehn befindet sich auch der Euromarkt in Kapfenberg, das EO in Oberwart sowie The Mall in Wien-Mitte. Am wenigsten zufrieden zeigten sich die Expansionsmanager 2019 mit der Shopping-City in Wels, dem 2017 rundum erneuerten huma eleven sowie dem Citygate-Shopping , beide in Wien. Drei Viertel aller Shoppingcenter-Mieter haben in den letzten 12 Monaten über eine Mietreduzierung verhandelt, durchschnittliche Mietnachlässe zwischen 10 und 20 % zeigen, dass auch die Vermieter weiter unter Druck geraten.

Von: Brigitte Pfeifer-Medlin