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Haanl/Schrankraum ist insolvent

Die Umsatzverluste durch die Geschäftsschließungen haben im heimischen Modehandel ein weiteres Opfer gefordert: die F. Haanl Modehandels GmbH, Betreiberin des Multilabel-Konzepts Schrankraum.

Über das Vermögen der F. Haanl Modehandels GmbH mit Sitz in Mödling wurde gestern ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Eine Sanierung ist geplant. Das Unternehmen mit derzeit fünf Filialen in Wien bzw. Wiener Neustadt befand sich seit der zweiten Jahreshälfte 2019 aufgrund von Umsatzrückgängen in einer Restrukturierungsphase. Laut AKV begannen die gesetzten Maßnahmen zunächst auch zu greifen. Jedoch mussten ab Mitte März aufgrund der Corona-Krise alle Filialen geschlossen werden. Die Finanzreserven reichten nicht aus, um die Phase der behördlich angeordneten Schließung zu überstehen.

Die Passiva liegen bei 1,14 Mio. €, die Aktiva bei 527.000 € (zu Verkehrswerten), teilt der KSV1870 mit. Betroffen sind 17 Dienstnehmer und 43 Gläubiger.

Über das Unternehmen

In der Vergangenheit war das Familienunternehmen ein wichtiger Franchisepartner von Marc O’Polo. Im Jahr 2014 wurde dann das Multilabel-Konzept Schrankraum ins Leben gerufen, das Marken wie Brax, Comma, Marc O’Polo, Opus, Someday oder S.Oliver im Angebot hat. Erst am 5. März, wenige Tage vor den behördlich verhängten Schließungen, wurde im Wiener Shopping Center Nord die jüngste Filiale aufgesperrt. Weitere Standorte gibt es in den Wiener Einkaufszentren Riverside und Q19 sowie in der Innenstadt von Wiener Neustadt. Zusätzlich wird in der Währinger Straße in Wien ein Outlet betrieben. Eine Filiale im Wiener Auhof Center wurde im Jänner geschlossen.

Das Unternehmen soll fortgeführt und über einen Sanierungsplan entschuldet werden. Es ist geplant, nunmehr einen »Corona-Abverkauf« der Handelsware zu starten. Das Unternehmen bietet seinen Gläubigern die Mindestquote von 20 %, zahlbar innerhalb von zwei Jahren ab Annahme.

Von: Manuel Friedl