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Personalabbau bei s.Oliver – auch in Österreich

Noch vor der Corona-Krise hat der neue CEO Claus-Dietrich Lahrs eine neue Organisationsstruktur erarbeitet. In Österreich müssen 23 Mitarbeiter gehen.

Seit November 2019 ist Claus-Dietrich Lahrs der neue Chef der s.Oliver Group. Nun wurden seine Pläne zu einem umfassenden Umbau des Konzerns vorgestellt. In der künftigen Organisationsstruktur solle die Eigenständigkeit der Marken verstärkt und zugleich die Stärke der zentralen Infrastruktur der Gruppe besser genutzt werden, teilt der Mainstream-Anbieter mit. Dabei sei es »unvermeidlich, dass sich die Unternehmensgruppe von Mitarbeitern in der Zentrale in Rottendorf trennen wird«, schreibt der deutsche Modekonzern in einer Pressemitteilung, vorerst ohne nähere Angaben. Die TextilWirtschaft berichtete in der Folge von 170 Mitarbeitern, die diese Woche entlassen wurden.

Die Maßnahmen in Österreich

Auf Nachfrage gibt das Unternehmen auch tiefe Einschnitte in der Österreich-Zentrale in der Salzburger Brandboxx bekannt. »Administrative Funktionen für Österreich, wie beispielsweise Buchhaltung und IT, werden künftig von der Unternehmenszentrale in Rottendorf gesteuert«, teilt s.Oliver der Textilzeitung mit. »Der Standort in Salzburg bleibt weiterhin bestehen, allerdings müssen wir uns im Zuge dieser Umorganisation von 23 Mitarbeitern trennen. Sie wurden bereits über die betriebsbedingten Kündigungen informiert.«

Auf den Vertrieb soll die Neuorganisation jedoch keine Auswirkungen haben, verspricht der Konzern. »Die Betreuung unserer Partner im Bereich Franchise und Wholesale sowie die Betreuung unserer eigenen Retail Stores erfolgt weiterhin wie gewohnt durch unsere Mitarbeiter vor Ort«.

Entwicklungszeiten beschleunigen

Freilich soll bei s. Oliver nicht nur gespart werden. »Ein zentraler Baustein der neuen Strategie wird sein, die Entwicklungszeiten neuer Kollektionen deutlich zu verkürzen und Entscheidungsprozesse spürbar zu beschleunigen, um so die Nähe zum Markt zu verbessern«, heißt es in der Mitteilung weiter. Auch die Einkaufs- und Sourcing-Organisation und damit der Beschaffungsmix zwischen den Ländern in Europa und Asien soll neu aufgestellt werden.

Mit der aktuellen Corona-Krise hätten die Entscheidungen nichts zu tun, sie sei schon vorher gefallen, heißt es aus dem Unternehmen. Man bereite sich mit diesen Maßnahmen vielmehr »auf die Herausforderungen und Chancen des vertikalen Retail-Managements, der weiteren Digitalisierung und geplanten Internationalisierung des Geschäfts vor«, schreibt s.Oliver.

Von: Manuel Friedl