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(Noch) kein Platz für Mode

Die erste »gemanagte Einkaufsstraße« im Wiener Stadtteil Seestadt Aspern wächst auf 7.000 m2 Verkaufsfläche. Modegeschäfte gibt es vorerst keine.

Als Stadtteil für mehr als 20.000 Bewohner ist die Seestadt Aspern konzipiert, und auch bis zu 20.000 Arbeitsplätze sollen vor Ort geboten werden. Doch im Unterschied zu anderen großen Entwicklungsprojekten soll der Stadtteil nicht in kurzer Zeit aus dem Boden gestampft werden, sondern noch über gut ein Jahrzehnt wachsen. Verschiedenste Bauträger, Entwickler und Investoren sind beteiligt. Um für die Wohnbevölkerung eine Nahversorgung sicherzustellen, wurde von der für die Entwicklung zuständigen Wien 3420 Aspern Development AG der Einkaufszentrenspezialist SES Spar European Shopping Centers als Partner an Bord geholt. Als Joint Venture wurde die Aspern Einkaufsstraßen GmbH gegründet, die als Generalmieter aller Geschäftsflächen auftritt und für diese die passenden Betreiber auswählt.

Keine ganz leichte Aufgabe, wie Geschäftsführer Alexander Kopecek erklärt: »Vor fünf Jahren sind die ersten paar hundert Seestädter hier eingezogen. Mit den nun bevorstehenden Eröffnungen ist die Seestadt etwa zu einem Drittel fertig und die Einwohnerzahl wächst schon bald auf 7.500 Personen. Während die Bevölkerung also erst sukzessive kommt, erwartet sich jeder Bewohner vom Start weg eine funktionierende Nahversorgung. Und auch die Immobilienentwickler erwarten sich vom ersten Tag an Mieterträge.« Um wiederum dem Handel die erforderlichen Umsätze zu garantieren, könne das Angebot nur Hand in Hand mit der Entwicklung der Bevölkerungszahl ausgeweitet werden. Derzeit sind in der »gemanagten Einkaufsstraße« 14 Betriebe mit etwa 3.500 m2 Verkaufsfläche in Betrieb. Im Laufe der nächsten eineinhalb Jahre sollen nochmals ebenso viele Anbieter in der gleichen Größenordnung hinzukommen.

Schwerpunkt Nahversorgung und Gastronomie

Zu den derzeit bestehenden Unternehmen (u. a. Spar, Bipa, Libro, eine Bankfiliale, ein Friseur, ein Bäcker, ein Fahrrad-Shop, mehrere Gastronomiebetriebe) stoßen in den nächsten Monaten u. a. Hofer, DM, die Bäckerei Ströck, Hansaton, eine Genuss-Greisslerei und mehrere Gastronomiebetriebe hinzu. Noch sind nicht alle Mieter fixiert, entgegen den ursprünglichen, zum Start der ersten Eröffnungswelle kommunizierten Pläne sind derzeit jedoch keine Anbieter aus dem Bereich Mode und Schuhe vorgesehen. Alexander Eck, ebenfalls Geschäftsführer der Aspern Einkaufsstraßen GmbH und gleichzeitig Entwicklungschef bei SES, bestätigt gegenüber der Textil Zeitung: »Wir wollten eigentlich schon für 2020 auch textile Nahversorger herbringen, aber die Modebranche befindet sich in einem derartigen Umbruch, dass wir die Pläne geändert haben. Unter den aktuell 14 Pächtern hatten wir bisher keinen einzigen Ausfall. Um diese positive Dynamik beizubehalten, richten wir auch jetzt das Shopangebot möglichst nah am Bedarf der Besucher aus. Ganz ausgeschlossen ist Textil auch für die aktuelle Erweiterung zwar nicht. Mit nennenswerten modischen Angeboten in diesem Bereich ist aber erst in der nächsten Ausbaustufe zu rechnen.« Also dann, wenn die gemanagte Einkaufsstraße in Richtung Norden, auf die andere des Asperner „Sees“ ausgeweitet werden soll. In Summe sind dort weitere 20.000 m2 für Handel und Gastronomie vorgesehen. Die Inbetriebnahme dieser weiteren Baustufen ist derzeit für die Jahre 2022 bis 2030 geplant.

Von: Manuel Friedl