Fashion

Mundschutz aus lokalen Manufakturen

Nicht nur bekannte Marken stellen ihre Produktionen um. Auch kleine Brands fertigen jetzt Schutzmasken und tun sich mit lokalen Nähereien zusammen, um ihre Existenz zu sichern.

In der aktuellen Krise sind gerade kleinere und mittelständische Unternehmen gefährdet. So auch BeWooden, eine kleine deutsch-tschechische Manufaktur, die unter normalen Umständen Holzaccessoires wie Holzfliegen fertigt. Gemeinsam mit der Mannheimer Brand von Jungfeld, ein Unternehmen für nachhaltige Socken, produziert man jetzt in Kooperation mit deutschen Manufakturen Schutzmasken aus 100% Baumwolle. In den letzten Tagen sind rund 80% des Absatzes weggebrochen, so dass bei den jungen Unternehmen ohne große Reserven gemeinsam 40 Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Wie viele andere sind auch kleine Handwerksbetriebe und Nähereien betroffen, weshalb man sich zusätzlich zu der eigenen Produktionsstätte für eine Zusammenarbeit mit lokalen Nähereien entschlossen hat, die ebenso wie die beiden Jungunternehmen für Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung einstehen. Die gesamte Produktion der eigenen Produkte wurde bis auf weiteres eingestellt.

Jeder Schutz zählt

Die insgesamt 1000 täglich produzierten Baumwollmasken entsprechen zwar nicht den Schutzklassen FFP2 oder FFP3, sie sind somit nicht für den intensivmedizinischen Bereich geeignet. Aber im Alltag, in Behörden, im Pflegedienst etc. kommen sie als Schutzmaßnahme zum Einsatz, um zu verhindern, dass grobe Tröpfchen das Gegenüber erreichen. Tschechien hat beispielsweise eine Mundschutz-Pflicht in der Öffentlichkeit eingeführt. Allerdings sind auch dort Schutzmasken Mangelware.

Netzwerk für Angebot und Nachfrage

Auch das junge Eco Fashion Label Wiederbelebt aus Stuttgart, das sich auf Upcycling spezialisiert hat, hat seine Produktion angepasst und stellt jetzt Mundschutzmasken her. Wer Produktionskapazitäten anbieten will: Der Wirtschafts- und Arbeitgeberverband Südwesttextil baut ein Netzwerk für Angebote von Mundschutzmasken auf. Gemeinsam mit der AFBW (Allianz Faserbasierter Werkstoffe Baden-Württemberg e.V.) bringt man Anbieter und Nachfrager zusammen: »Wir haben Kontakte zu Entwicklern, Konfektionären, staatlichen Krisenstäben und Ministerien. Bitte melden Sie sich, wenn Sie Ihre Kompetenz, Produktionskapazität oder ähnliches einbringen möchten.« Weitere Infos: www.place2tex.com 

Von: Sandra Seck