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Modehandel fast wieder auf Kurs

Nach dem verheerenden Jahresbeginn hat der stationäre Modehandel sein großes Umsatzminus bis zum Halbjahr fast wieder aufgeholt.

Der Modehandel hat im Juni bei zwei Verkaufstagen mehr ein kleines Umsatzplus von 1,1 % erzielt. Laut der soeben veröffentlichten Halbjahresbilanz von WKO und KMU Forschung liegen die Umsätze der Branche damit per 30. Juni nur noch um 0,8 % unter dem Vorjahresniveau. Die Vorlage aus 2017 betrug +1,2 %. Real ging der Absatz heuer bisher um 1,9 % zurück. Im Branchenvergleich zählt der Modehandel damit zu den Verlierern, denn in Summe wuchs der stationäre Einzelhandel im 1. Halbjahr um 1,3 %. Der Spitzenreiter, der Einzelhandel mit Bau- und Heimwerkerbedarf konnte sogar um 4,5 % zulegen, der Sportartikelhandel um 2,7 %, und die weitaus größte Handelsbranche, der Lebensmittelhandel um 2,5 %. Noch schlechter als mit Mode lief das Geschäft mit Schuhen (-1,3 %), Elektrogeräten (-2,0 %) und Spielwaren (-2,2 %).

Regionale Unterschiede

Regional gab es im ersten Halbjahr deutliche Unterschiede: In den westlichen Bundesländern konnten die Bekleidungsgeschäfte im Halbjahr sogar ein kleines Umsatzplus von 1,1 % einfahren. Im Süden fiel das Minus mit 3,3 % hingegen besonders groß aus. Der Osten des Landes liegt mit –1,5 % genau dazwischen. Am besten schlugen sich abermals kleine Unternehmen mit weniger als 1 Mio. Euro Jahresumsatz, während die Branchengrößen mit mehr als 4 Mio. Euro Umsatz deutliche Rückgänge hinnehmen mussten. Auch Geschäfte in Einkaufszentren taten sich besonders schwer.

Dabei dürfte mangelnde Frequenz entgegen oft gehörter Meinung nicht zu den größten Problemen der Branche gehören: Im ersten Halbjahr wurden heuer praktisch gleich viele Kunden in den stationären Modeläden gezählt wie im Vorjahr (-0,1 %). Vielmehr geben jene Kunden, die kommen, weniger aus.

Von: Manuel Friedl