Business

Modehandel: Erstmals weniger Expansion

Laut einer aktuellen Studie von RegioData Research, wird es im Modehandel 2018 erstmals einen Rückgang bei den geplanten Ladenneueröffnungen geben.

Nach vielen Jahren der Zunahme bei Store Openings im Modehandel, steht nun 2018 erstmals ein Rückgang ins Haus. Trotzdem nimmt der Modehandel nach wie vor den größten geplanten Verkaufsflächenanteil ein und auch den Großteil der jährlich durchgeführten Studie durch RegioData Research. Wie das Marktforschungsunternehmen angibt, führe vor allem der Erfolg des Online-Handels dazu, dass sich die Modehändler mehr auf ihre bestehenden Flächen konzentrieren anstatt weiter zu expandieren: 2017 waren es laut der Studie »Wer expandiert in Österreich - Ausgabe 2018« noch 162 Unternehmen im Modehandel, die eine Expansion oder Standortoptimierung in Österreich vorhatten. 2018 sind hingegen nur noch 123 Modehändler auf Filialsuche. Gesucht werden Verkaufsflächen zwischen 100 und 500 Quadratmetern. Unter den Unternehmen im Modehandel, die nach Standorten suchen, sind auch einige Unternehmen, die in Österreich noch nicht viele Standorte ihr Eigen nennen, wie etwa Bershka, Primark und TK Maxx. Im Schuh- und Lederwarenhandel lässt sich nur ein leichter Rückgang bei den geplanten Neueröffnungen feststellen, so RegioData Research. Im Schmuckhandel ist die Entwicklung gleich wie im vergangenen Jahr.

Kleine Flächen und Innenstadtlagen bevorzugt

Hat man jahrelang in neue Verkaufsflächen investiert, die besonders groß waren, macht sich nun die ausgereizte Filialdichte bemerkbar: Österreich besitzt die europaweit höchste Verkaufsflächendichte pro Kropf. Doch der Onlinehandel macht dem stationären Handel starke Konkurrenz, weshalb sich das dichte Flächennetz nicht mehr rentiert. Man fokussiert sich bei der Expansion also nun lieber auf kleine Flächen und die Umgestaltung bestehender Standorte, mit Ausnahme des Lebensmittelhandels, wo man noch immer nach großen Flächen Ausschau hält. Zudem beschränkt man sich bei der Standortsuche auf Innenstadtlagen oder Lagen in Einkaufszentren. Beinahe die Hälfte der 512 expansionsmotivierten Handelsunternehmen sucht nach Verkaufsflächen unter 200 Quadratmetern. Um den Kunden auch »offline« begeistern zu können, wählt man bevorzugt kleine Standorte, um rasch auf Standortbedürfnisse reagieren zu können und neue Regionen erschließen zu können. Man wartet mit kreativen Konzepten auf, setzt auf Erlebniseinkauf, Entertainment und Co.

Systemgastronomie im Trend

Wachstum verzeichnet bei der Expansion hingegen die Systemgastronomie: Seit zwei Jahren nimmt die Expansionsfreudigkeit hier zu. Zudem immer beliebter werden Fast Casual Dining-Konzepte wie L’Osteria, Vapiano sowie die Suppen- und Salatbar dean&david. »Fast Food auf gesund« lautet hier das Credo. Frisches, rasch zubereitetes Essen in einer lockeren Atmosphäre. Qualität, Regionalität, Erlebnis und Ästhetik sowie moderate Preise und schnelle Zubereitungszeiten sind hoch im Kurs. Während 2016 noch 45 filialisierte Gastronomen in Österreich nach Standorten suchten, sind es 2018 bereits 81 Vertriebslinien. Sechs davon wagen in Österreich den Markteintritt. Auch hier sucht man am häufigsten Lokale mit 100 bis 200 Quadratmetern.

Von: Christiane Marie Jördens