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Mister*Lady ist insolvent

Der Young-Fashion-Filialist bietet eine Quote von 20 % und will ein gutes Drittel seiner 35 Filialen schließen.

Kurios: Heute, am 16. Mai, hat der deutsche Modefilialist Mister*Lady im neuen Fachmarktzentrum Vorum Voitsberg seine neueste Filiale eröffnet. Und ebenfalls heute hat das Handelsgericht Wien über das Vermögen der österreichischen Landesgesellschaft des Unternehmens auf Antrag des Schuldners ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet.

Mister*Lady betreibt österreichweit 35 Filialen, vornehmlich in Einkaufs- und Fachmarktzentren, und ist auf junge Mode mit dem Schwerpunkt Jeans spezialisiert. Laut KSV 1870 sind von der Insolvenz 167 Mitarbeiter sowie 78 Gläubiger betroffen. Die Passiva werden mit 3,5 Mio. € beziffert. Den Gläubigern wird eine Quote von 20 %, zahlbar binnen zwei Jahren, angeboten.

Als Ursachen der Insolvenz gibt Mister*Lady laut KSV1870 die »allgemein negative Ertragsentwicklung im Textil-Einzelhandel« sowie den »steigenden Konkurrenz- und Margendruck durch einen zunehmenden Online-Handel im Modebereich« an. Es wurden bereits Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet, die den Fortbestand sichern sollen. Außerdem kündigt das Unternehmen die Schließung von rund 13 defizitär arbeitenden Filialen an. »Angedacht ist eine Schließung der Filialen im Juli 2019 nach einem Abverkauf der vorhandenen Waren«, teilt das Unternehmen laut Creditreform dem Gericht mit. »Von der Schließung der Filialen sind insgesamt 63 Mitarbeiter betroffen.«

Die deutsche Muttergesellschaft, die von der Insolvenz nicht betroffen ist, hat angekündigt, die Belieferung der österreichischen Filialen unverändert aufrecht zu erhalten.

Mister*Lady wurde 1967 in Düsseldorf gegründet und ist seit rund 15 Jahren auch in Österreich aktiv. Heute sitzt das Unternehmen in Bayern und gehört zu 100 % der Dr. Rehfeld Fashion AG. In Deutschland werden rund 300 Filialen betrieben.

Laut kurier.at hat der Textilhändler im Geschäftsjahr 2017 in Österreich 14,73 Mio. € umgesetzt, der Betriebserfolg betrug minus 587.700 € und der Bilanzverlust 601.000 €. Im Jahr 2016 wurden noch 15,53 Mio. € umgesetzt und der Bilanzverlust betrug 76.100 €.

Von: Manuel Friedl