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Lenzing: Umsatz- und Ergebnisminus

Die gesunkenen Viskosepreise machen Faserhersteller Lenzing zu schaffen: Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres gingen Umsatz und Ergebnis zurück.

Die Umsätze des heimischen Faserherstellers Lenzing sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,1 % auf 550,3 Mio. Euro. Dies führt man vor allem auf ungünstige Währungsrelationen zurück. Das EBITDA ging aufgrund rückläufiger Preise für Standardviskose und höhrerer Ausgaben für Schlüsselrohstoffe um 24,8 % auf 101,6 Mio. Euro zurück. Die EBITDA-Marge sank von 23 % auf 18,5 %. Das EBIT reduzierte sich um 32,7 % auf 68,9 Mio. Euro. Und auch das Periodenergebnis litt im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2018: Es lag mit 50 Mio. Euro um 33,3 % unter dem Vorjahreswert (75 Mio. Euro).

»Nach dem Rekordjahr 2017 startete Lenzing mit Umsatz- und Ergebnisrückgängen in das erwartet herausfordernde Geschäftsjahr 2018. Der Gegenwind von der Marktseite war im 1. Quartal deutlich spürbar. Vor diesem Hintergrund sind wir mit den soliden Zahlen zufrieden. Gleichzeitig treiben wir die Umsetzung unserer Unternehmensstrategie sCore TEN und die Erweiterung der Produktionskapazitäten für unsere Spezialfasern weiter voran«, so Stefan Doboczky, Vorstandsvorsitzender der Lenzing Group.

Die Investitionen (CAPEX) legten von 26,9 Mio. Euro (1. Q. des VJ) auf 58,9 Mio. Euro im ersten Quartal 2018 zu. Dies resultiere vor allem aus den Erweiterungen der Kapazitäten von Spezialfasern in Heiligenkreuz (Burgenland), in Mobile (Alabama, USA) sowie aus dem Ausbau und der Modernisierung der Faserzellstoffwerke in Lenzing (OÖ) und Paskov (Tschechien).

Positive, volatile Entwicklung erwartet

Auf den Fasermärkten rechne man laut Lenzing weiterhin mit einer positiven, aber nach wie vor volatilen Entwicklung. Die starke Nachfrage im für Lenzing relevanten Marktsegment der holzbasierten Cellulosefasern hält an. 2018 sollen signifikante zusätzliche Volumina auf den Markt kommen, so das Unternehmen. Dies würde dazu führen, dass die Preise für Standardviskose beginnend im ersten Quartal, verstärkt im zweiten Quartal, unter Druck geraten. Gerade deshalb sehe man sich in der Konzernstrategie sCore TEN bestätigt und werde diese mit dem fokussierten Wachstum im Bereich der Spezialfasern vorantreiben.

Die Lenzing-Gruppe geht aufgrund der aktuellen Situation für die kommenden Quartale von einem herausfordernden Marktumfeld für Standardviskose aus. Durch die zusätzlichen Wechselkurseffekte erwartet Lenzing für 2018 ein Ergebnis, das unter den letzten beiden Jahren liegen wird.

Von: Christiane Marie Jördens