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Konsumausgaben wachsen am Handel vorbei

In den letzten zehn Jahren haben sich die Ausgaben der Österreicher im Bereich Wohnen um 41 % erhöht. Bei Damenmode geht sich nur ein Plus von 7 % aus, bei Herren immerhin doppelt so viel.

Jeder Einwohner in Österreich kann heuer im Durchschnitt 22.700 € für Konsumzwecke ausgeben. Im europäischen Vergleich liegt Österreich damit an 7. Stelle, berichtet RegioData. In den letzten zehn Jahren ist dieser Wert um insgesamt 26 % gestiegen, was auch inflationsbereinigt ein leichtes Plus bedeutet. Wofür dieses Geld ausgegeben wird, hat sich jedoch stark verändert. Aktuell ist der größte Brocken das Wohnen, dessen Anteil an den Gesamtausgaben sich in den letzten zehn Jahren von 15 auf 17 % erhöht hat. Zählt man die Energiekosten mit, beträgt der Anteil der Wohnkosten an den Konsumausgaben sogar 21 %. Damit ist das Wohnen heute um 41 % teurer als noch vor zehn Jahren.

Auch die Ausgaben für Ernährung haben sich von 15 auf 17 % erhöht, wofür RegioData einerseits den Trend zum Außer-Haus-Essen, andererseits jenen zu gesunderer, bewussterer Ernährung verantwortlich macht. 

Ausgaben für Mode wachsen kaum

Diese Entwicklung geht zulasten der klassischen Konsumprodukte wie Bekleidung, Schuhe, Elektronik, Möbel etc. Vor 10 Jahren konnte der Einzelhandel noch 30 % der Ausgaben binden, aktuell sind es nur mehr 26 %. 

Davon ist auch der Modehandel betroffen. Zwar sind die Ausgaben für Bekleidung auch in den letzten Jahren stetig gestiegen – aber jeweils klar unter der Inflationsrate. Im Durchschnitt gibt eine Frau heute 400 € für ihr Outfit aus, das ist nur um 7 % mehr als vor zehn Jahren. Männer investieren im Schnitt 280 €, damit sind deren Ausgaben mit + 14 % immerhin doppelt so schnell gewachsen.

Von: Márcia Neves