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Keine Zukunft für Miller & Monroe

Filialist Miller & Monroe muss in Deutschland aufgrund hoher Verluste schließen. Auch die niederländische Landesgesellschaft benötigt Zahlungsaufschub.

Der Insolvenzverwalter der Vidrea Deutschland GmbH, die rund 160 Modegeschäfte unter dem Label Miller & Monroe in Deutschland betreibt, sieht keine Zukunft für das Handelskonzept, das durch die Übernahme der ehemaligen Charles-Vögele-Filialen auf einen Schlag zu einer Größe im Modegeschäft hätte werden sollen. Die Geschäfte hätten in den letzten Monaten »sehr hohe Verluste« erwirtschaftet, zudem gebe es hohe Mietrückstände, berichtet Insolvenzverwalter Jochen Sedlitz. Der Abverkauf der Ware läuft. Parallel verhandelt Sedlitz mit einer ungenannten Unternehmensgruppe, die die Filialen unter eigenem Storekonzept und eigenen Waren bereits ab dem 1. Juni »übernehmen« möchte. Auch die Mitarbeiter in den Filialen sollen ein Angebot zum Wechsel erhalten.

Vidrea Deutschland hatte im März Insolvenz angemeldet. Mitte April hat nun auch die niederländische Vidrea Retail BV, die Miller & Monroe in den Niederlanden betreibt, beim zuständigen Gericht einen Antrag auf Zahlungsaufschub gestellt, um einen Konkurs zu vermeiden. Beide Unternehmen sind Töchter der niederländischen Unternehmensgruppe Victory & Dreams. „Die Geschäftsführung hofft, auf diese Weise die Zeit zu gewinnen, um zusammen mit dem zu ernennenden Administrator die Aktivitäten fortzusetzen und eine Insolvenz zu verhindern“, erklärte das Unternehmen in einer Mitteilung. Die derzeit 72 Filialen von Miller & Monroe in den Niederlanden sollen demnach vorerst geöffnet bleiben. Auch in Österreich wurde im Dezember 2018 mit der Umrüstung von Charles-Vögele-Geschäften auf das Konzept Miller & Monroe begonnen. Hierzulande wurde jedoch eine andere rechtliche Konstruktion gewählt, und zwar ein Kooperationsvertrag zwischen der weiterhin operativ tätigen Charles Vögele Austria GmbH und Victory & Dreams. Nach Bekanntwerden der Insolvenz in Deutschland wurde die Umrüstung gestoppt. Die GA Europe GmbH verhandelt derzeit als Eigentümer der Charles Vögele Austria GmbH über andere Lösungen für die bestehenden rund 60 Filialen.

Wie Victory & Dreams betont, ist ein weiterer Deal von den aktuellen Turbulenzen nicht betroffen: Wie berichtet hat der niederländische Konzern am 20. März die DOB-Kette Bonita von der Hamburger Tom Tailor Holding übernommen.

Von: Manuel Friedl