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Kastner & Öhler machte online Vierfaches des geplanten Umsatzes

Während des Shutdowns hat Kastner & Öhler 26 Mio. € Umsatz verloren. Ein Zehntel des Verlusts hat der Online-Shop aufgefangen. Nach der Wiedereröffnung läuft es »überraschend gut«.

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) hat vergangenen Freitag, 15. Mai, das Grazer Traditionskaufhaus Kastner & Öhler besucht und am ersten Tag der Wiederöffnung der Gastronomie betont: »Es ist wichtig, dass die Handelsströme und der Konsum wieder funktionieren.« Kaufhaus-Chef Martin Wäg blickte auf 26 Mio. Euro nicht gemachten Umsatz zurück, dankte aber Online-Einkäufern: »Der Aufruf hat gefruchtet.«

Wäg hatte Ende März einen öffentlichen Aufruf gemacht und auf die Liquiditätsprobleme in der Branche hingewiesen. Er forderte damals rasche Hilfe der Bundesregierung. Nun folgte Schramböck seiner Einladung zum Betriebsbesuch. Wäg nutzte den Termin, um seine Sorgen darzulegen: »Wir werden heuer einen riesigen Verlust machen und es wird ein großer Liquiditäts-Gap.«

Umsatz nach Wiedereröffnung »überraschend gut«

Die Umsatzzahlen seit der Öffnung des Handels am 2. Mai seien vorerst »überraschend gut«. Sport habe sich besser entwickelt als Mode. Der vor sechs Jahren gestartet Online-Shop habe sich bezahlt gemacht: »Wir haben den mehr als vierfachen Umsatz als geplant gemacht und waren fast überfordert«, gestand er gewisse Lieferprobleme rund um Ostern ein. Der April sei der »mit Abstand beste Monat im Online-Bereich« gewesen. Nun sollen auch die Arbeitsplätze in diesem Bereich ausgebaut werden. Dennoch habe der Online-Handel nur zehn Prozent des Umsatzes aufgefangen.

»Große Rechenaufgabe«

In einem Interview mit der »Kleinen Zeitung« rechnete Wäg Anfang Mai damit, dass auch die nächsten Wochen schwierig werden. Dass zeitgleich mit der Wiedereröffnung der Läden von vielen eine »Rabattschlacht« ausgerufen werde, tue ihm »weh«, sagt er. »Wir werden es langsamer angehen, da wir nicht einschätzen können, wie die Kunden reagieren. Sie haben sechs Wochen lang wenig für das Frühjahr und den Sommer kaufen können. Natürlich werden wir preislich etwas tun, das hilft, Ware wegzubekommen, aber für das Ergebnis macht es das nicht einfacher.«
Die Kurzarbeit helfe wirklich, Zuschüsse seien zugesagt, so Wäg. »Aber das Ansuchen für die Garantien zu stellen, ist eine große Rechenaufgabe. Die Notwendigkeit dafür verstehe ich fast, aber einen Teil des Geldes hätte man gleich ausschütten können.«

Von: Manuel Friedl