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Jones ist insolvent

Trotz Preiskorrekturen und einem straffen Restrukturierungskurs schlitterte das Wiener Traditionsunternehmen in die Insolvenz – soll aber jedenfalls fortgeführt werden.

Das Modelabel Jones (Rose Gesellschaft m.b.H., 1030 Wien, Modecenterstraße 22)  hat am Handelsgericht Wien den Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt, berichtet Gerhard Weinhofer vom Österreichischen Verband Creditreform. Das Unternehmen wurde 1972 gegründet und beschäftigt sich mit dem Handel hochwertiger Damenmode. Die Insolvenzursachen liegen in der Online-Konkurrenz, im Preisverfall und im geänderten Einkaufsverhalten der Konsumenten. Es sind rund 180 Arbeitnehmer betroffen. Die Passiva dürften sich auf ca. 7,5 Mio. € belaufen. Es handelt sich damit um die bisher drittgrößte Insolvenz in diesem Jahr im Einzelhandel nach Charles Vögele und mister*lady.  Das Unternehmen soll fortgeführt werden. Den Gläubigern wird ein Sanierungsplan mit einer Quote von 20 % angeboten. Fortschreitende Globalisierung der Modeindustrie, neue Online-Konkurrenz, Preisverfall und geändertes Konsumverhalten haben die Modebranche in den vergangenen Jahren verändert.

Geschäftsführer Gabor Rose: »Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Wir kämpfen als österreichisches Familienunternehmen in einem immer schwieriger werdenden Markt in Konkurrenz vor allem auch gegen internationale Großkonzerne. Nur dank unserer treuen Stammkunden, unserer engagierten Mitarbeiter und großartiger Partner, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben, konnten wir so lange am Markt bestehen. Nun sind wir an einem Punkt angelangt, wo man als verantwortungsvoller Unternehmer die Unterstützung eines gesetzlichen Sanierungsverfahrens beantragen muss, um in dieser Branche weiter bestehen zu können.«

Jones hat nach eigenen Angaben bereits umfangreiche Sanierungsbemühungen eingeleitet: Kollektionen wurden gestrafft, defizitäre Stores geschlossen, der Personalstand wurde reduziert und Preise gesenkt. Im Rahmen des Restrukturierungsverfahrens wird nun der eingeschlagene Sanierungskurs fortgesetzt. Parallel dazu laufen Beteiligungsgespräche mit potenziellen Investoren.

Von: Brigitte Pfeifer-Medlin