Business

Insolvente Alge Elastic muss schließen

Der Vorarlberger Bandwarenhersteller Alge Elastic ist insolvent und muss schließen. 120 Mitarbeiter sind betroffen.

Nach der Pleite von Borckenstein ist es bereits die zweite Großinsolvenz in der heimischen Textilindustrie heuer: Der Bandwarenhersteller Alge Elastic GmbH mit Sitz in Lustenau ist insolvent und wird seinen Betrieb voraussichtlich mit Ende Februar schließen. Das Konkursverfahren wurde am 17. Jänner eröffnet. Passiva von 14,4 Mio. Euro stehen Aktiva in Höhe von 7,8 Mio. Euro gegenüber. 120 Mitarbeiter sind betroffen. Das teilt der KSV 1870 mit. Das traditionsreiche Familienunternehmen war bis zuletzt in der Erzeugung elastischer und nicht elastischer Bandwaren, in der Konfektionierung von Artikeln aus diesen Erzeugnissen und im Handel und Vertrieb dieser Waren tätig. Das Unternehmen produzierte für renommierte Unternehmen in ganz Europa, z. B. für Wolford, Hugo Boss, Triumph und Benetton. Hauptkunde war mit rund 75 % des Volumens die Wäscheindustrie. Die nötigen Finanzmittel für ein Sanierungsverfahren seien nicht vorhanden, berichtet der KSV. Eine Unternehmensfortführung sei aus der Sicht der Verantwortlichen der Alge Elastic betriebswirtschaftlich nicht möglich.

Spar- und Innovationsbemühungen vergeblich

Alge Elastic wurde 1923 als Stickerei gegründet, ab den 1930er-Jahren produzierte das stetig wachsende Unternehmen elastische Bänder, die als Kurzwaren oder in der Wäscheproduktion Verwendung fanden. Seit 2009 wurden zunehmend technische Textilien, etwa Bänder für den medizinischen Bereich oder die Automotivebranche, entwickelt. Seit 2015 wurde das Unternehmen von Nicola Alge und Marc Grahammer in der vierten Generation geführt. Eingeleitete Restrukturierungsmaßnahmen hätten aufgrund des großen Umsatzrückgangs nicht greifen können. Laut Unternehmensangaben hat sich der Umsatz seit dem Geschäftsjahr 2015/16 (per 30. Juni) von damals noch knapp 20 Mio. Euro bis heute um fast 40 % verringert. Einige wichtige Kunden aus der Wäscheindustrie hätten ihre Volumina zunehmend verringert oder ganz abgezogen, heißt es. Laut einer Aussendung hat das Unternehmen bereits neun Jahre in Folge Verluste geschrieben. Im Geschäftsjahr 2016/17 hatte das Ergebnis vor Steuern - 3,2 Mio. Euro betragen, im Jahr davor waren es - 1,7 Mio. Euro. Im Rahmen der Sanierungsbemühungen wurde alleine seit Mitte 2017 ein Viertel der Arbeitsplätze abgebaut. Trotz vieler Innovationsbemühungen sei ein Schlussstrich unausweichlich, schreibt die Geschäftsführung. Zum Masseverwalter wurde der Lustenauer Rechtsanwalt Ralph Vetter bestellt. Die Prüfungs- und Berichtstagsatzung findet am 14. März statt. Gläubigerforderungen können laut KSV bis zum 28. Februar angemeldet werden.

Alge-innotex macht weiter

Nicht von der Insolvenz betroffen ist die Alge-innotex GmbH mit 21 Mitarbeitern. Sie ist spezialisiert auf Entwicklung und Produktion technischer Artikel für die Sport-, Medizin-, Auto-, Flugzeug- und Möbelindustrie. Ihr Portfolio erstreckt sich laut Unternehmenshomepage von flammfesten, elastischen Bändern und Netzen über hochwertige, atmungsaktive Bandagenbänder und silikonisierte medizinische Strumpfbänder bis hin zu modischen Schi- und Motorrad-Brillenbändern.

Von: Manuel Friedl