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Hundert Modegeschäfte weniger

Während die Zahl der Einzelhandelsgeschäfte im Vorjahr wieder leicht wuchs, überwiegen in der Modebranche die Schließungen.

Laut der jüngsten Strukturerhebung der KMU Forschung Austria im Auftrag der Wirtschaftskammer hat sich die Zahl der Modegeschäfte in Österreich im Vorjahr per Saldo um rund 100 auf ca. 4.700 reduziert. Die Verkaufsfläche im Bekleidungshandel ging um 50.000 m2 auf rund 1,6 Mio. m2 zurück. Das entspricht einem Rückgang der Geschäfte um 2 %, während die Verkaufsfläche sogar überproportional um 3 % abgenommen hat. Hier dürfte vor allem die Pleite von Charles Vögele samt der darauf folgenden Geschäftsschließungen durchgeschlagen haben. Den deutlichsten Anstieg gab es im Sportartikelhandel, wo Neueinstiege und Filialnetzerweiterungen zu einem Zuwachs der Geschäfte um 6 % führten. Aber auch in der Bau- und Heimwerkerbranche (+ 2 %), im Lebensmittelhandel und im Kosmetikhandel (je + 1 %) gab es im Vorjahr Neuzugänge. Der Einzelhandel mit Schuh- und Lederwaren blieb mit rund 1.400 Geschäften und 350.000 m2 Verkaufsfläche stabil. Die größten Rückgänge verbuchten hingegen Uhren- und Schmuckgeschäfte (- 4 %).

Zahl der Einzelhandelsgeschäfte wuchs leicht

Im Einzelhandel insgesamt wurde im Vorjahr hingegen erstmals seit 2012 wieder eine – wenn auch schwache – Zunahme bei der Zahl der Geschäfte festgestellt. Laut der Erhebung wurden 2018 um 200 Standorte mehr neu aufgesperrt als geschlossen. Die KMU Forschung zählte zu Jahresbeginn 2019 österreichweit 37.600 Einzelhandelsgeschäfte (+ 0,5 %) mit 13,8 Mio. m2 Verkaufsfläche (ebenfalls + 0,5 %). Im Langzeitvergleich bedeutet das seit 2003 einen Rückgang in der Zahl der Geschäfte um 22 % (oder 10.900 Standorte), während die Verkaufsfläche um 2 % wuchs. Die durchschnittliche Verkaufsfläche je Geschäft ist somit in den letzten 15 Jahren um gut 30 % gewachsen. Im Vergleich zum jemals gemessenen Höchststand im Jahr 2012 ist die Handelsfläche in unserem Land bereits um 610.000 m2 zurückgegangen. Trotzdem steht den Österreichern mit 1,56 m²/Einwohner immer noch deutlich mehr Verkaufsfläche zur Verfügung als den Bürgern der meisten anderen EU-Länder: Im Durchschnitt kommen in den EU-28 auf einen Einwohner „nur“ 1,18 m² Einzelhandelsfläche. Österreich liegt bei dieser Kennzahl innerhalb der EU hinter Belgien und den Niederlanden auf Platz drei.

Konzentration auf Top-Standorte

Den Strukturwandel sieht man bei der KMU Forschung noch nicht als abgeschlossen an. Der stationäre Einzelhandel werde sich künftig verstärkt auf frequenzstarke Top-Standorte konzentrieren, während wenig frequentierte Lagen weiter erodieren werden, prognostiziert Studienautor Ernst Gittenberger.

Von: Manuel Friedl