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Hugo Boss: Jahr der Investitionen

Die Hugo Boss AG konnte im ersten Halbjahr ihren Umsatz v. a. in Europa kräftig steigen. Aufgrund von Investitionen in bessere Produktqualität und in digitale Angebote sank allerdings der Gewinn.

»Unsere strategische Neuausrichtung greift, wir sind voll auf Kurs«, lautet der Kommentar von CEO Mark Langer zu den aktuellen Umsatzzahlen von Hugo Boss. »Unsere Kollektionen kommen sehr gut an. Dies spiegelt sich sowohl in den positiven Reaktionen des Großhandels, als auch in der anhaltenden Dynamik des eigenen Einzelhandels wider.«

In Zahlen bedeutet das für das erste Halbjahr 2018 ein Umsatzwachstum um 1 % (währungsbereinigt: +5 %) auf 1,3 Mrd. Euro, in Europa sogar um 4 %. Im eigenen Retail wuchsen die Umsätze um 2 % (währungs- und flächenbereinigt: +6 %), während der Wholesale um 1 % zulegte. Nach Marken lief es bei der Kernmarke Boss mit +3 % deutlich besser, während die progressivere Marke Hugo um 8 % auf 173 Mio. Euro rückläufig war. Auch die Womenswear musste einen Rückgang um 6 % verzeichnen.

Das Ergebnis lag sowohl auf operativer Ebene (205 Mio. Euro) als auch unterm Strich (103 Mio. Euro) auf Vorjahresniveau, wurde aber durch Investitionen in die Produktqualität, die digitale Transformation und negative Währungseinflüsse gebremst. Finanzvorstand Yves Müller bezeichnete 2018 als »ein Jahr der Investitionen«. Ab dem kommenden Jahr sei wieder mit einem stärkeren Gewinnwachstum zu rechnen, versprach er zur Vorlage der Zwischenbilanz. Auch die Investitionen ins Ladennetz wurden fortgesetzt. So modernisierte das Unternehmen wichtige Stores in Metropolen wie London, Singapur und München. Teil des neuen Boss-Storekonzepts ist auch eine Vielzahl digitaler Services. Zudem hat im Juni in Amsterdam der erste Hugo Store mit eigenem Storekonzept eröffnet. Mit unkonventioneller Einrichtung und der engen Einbindung von Social Media-Angeboten trägt das Konzept dem modisch progressiven Hugo-Kunden Rechnung. In der zweiten Jahreshälfte sollen weitere Hugo Stores u. a. in Paris und London eröffnen.

Von: Manuel Friedl