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Huber in finanziellen Turbulenzen

Der Vorarlberger Wäschehersteller Huber scheint in finanzielle Schieflage zu geraten. Angeblich ist eine Geldspritze in zweistelliger Millionenhöhe erforderlich.

Der Konzern mit Sitz in Götzis und Mäders beschäftigt hierzulande 700 Mitarbeiter und hat die Marken Huber Tricot, Skiny, Hanro und Hom im Portfolio. Als eine Hausmarke der Österreicher versorgt Huber die Nation seit Dekaden mit qualitativ hochwertiger Tag- und Nachtwäsche. Leicht war dieses Geschäft aber in den letzten Jahren für niemanden in der Branche: Hohe Kosten und eine schwächelnde Performance am POS sorgen bei vielen Wäscheherstellern für schwache Ergebnisse.

Im April 2019 wurde eine Verlängerung der Finanzierung bis September 2020 festgelegt, allerdings unter Auflagen der involvierten Banken. Vor zwei Jahren wurde ein Sale&Lease-Back des Maschinenparks durchgeführt, nicht betriebsnotwendiges Anlagevermögen wurde abgestoßen und die chinesischen Eigentümer halfen mit einem Darlehen aus. Das verbesserte zwar die Liquiditätssituation, das Geschäftsjahr 2018 schloss man aber mit fast 2,5 Mio. € Bilanzverlust ab – trotz eines Gesamtumsatzes von 141 Mio. €.

Die Corona-Krise scheint die Lage verschärft zu haben. Mittlerweile sprechen Brancheninsider von einer erheblichen finanziellen Schieflage von Huber. In den kommenden beiden Wochen könnte es daher zu schicksalsträchtigen Gesprächen kommen: Umstrukturierungen oder gar ein Sanierungsverfahren stehen im Raum. Laut der Tageszeitung Kurier habe Huber jedenfalls Corona-Hilfen beantragt. Dass ein Insolvenzantrag jedoch schon in den nächsten Tagen gestellt werde, stellt das Unternehmen aber vehement in Abrede.

Von: Claudia Stückler