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H&M verliert weiter an Fahrt

Im ersten Halbjahr des aktuellen Geschäftsjahres (1. Dezember 2017 – 31. Mai 2018) gingen die Umsätze und Gewinne des schwedischen Modekonzerns H&M weiter zurück.

Der zweitgrößte Modehändler der Welt, H&M, findet noch keinen Weg aus der Abwärtsspirale. Laut dem soeben veröffentlichten Halbjahresbericht sank der Nettoumsatz des Konzerns in der Konzernwährung, der schwedischen Krone, um 0,2 % auf umgerechnet 9,53 Mrd. Euro. Der Rohertrag ging von 54,7 auf 53,2 % zurück. Besonders deutlich ist der Rückgang der operativen Marge von 11,0 auf 7,3 %. Der Gewinn nach Steuern brach um 28 % auf 583 Mio. Euro ein. Trotz der Rückgänge befindet sich H&M mit diesen Zahlen freilich immer noch auf sehr hohem Niveau. In Österreich sanken die Umsätze des Marktführers bei stabiler Filialzahl (86) um 2 % auf 270,2 Mio. Euro. Damit schlug sich H&M in unserem Land immer noch deutlich besser als in wichtigen Märkten wie Deutschland (-5 %), dem mittlerweile zweitgrößten Markt USA (-6 %) oder gar Frankreich (-10 %).

Transformationsphase

»Die erste Jahreshälfte war etwas herausfordernder als wir gedacht haben«, kommentiert CEO und Haupteigentümer Karl-Johan Persson. »Aber wir sehen Verbesserungen und glauben daran, dass die zweite Jahreshälfte besser wird.« Laut Persson befindet sich H&M mitten in einer Transformationsphase. Logistik und Supply Chain würden umgebaut, um noch schneller, flexibler und effizienter zu werden. »Diese Optimierungen sind kompliziert und können zu vorübergehenden Unterbrechungen führen, wie sie leider im zweiten Quartal in einigen unserer wichtigsten Märkte aufgetreten sind«, bekennt Persson. In einigen anderen Märkten wiederum, vor allem in Skandinavien und Osteuropa, sei man schneller als der Markt gewachsen. »Das zeigt, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden.«

Volle Lager

In Summe sitze man aber nach Ablauf des ersten Halbjahres auf zu viel Ware, stellt der Konzernchef klar. Konkret ist der Lagerstand per 31. Mai um 13 % höher als zum Vorjahresstichtag. H&M hatte ja schon im Vorjahr erstmals in Europa eigene Stores in Outlet-Zentren eröffnet, so auch im Fashion Outlet Parndorf. Was vor einem Jahr als Pop-Up-Store angekündigt worden war, ist heute immer noch in Betrieb. Und auch in einigen regulären Stores wurden schon vor längerem große, permanente »Super Sale«-Areas eingerichtet, so etwa im Sillpark in Innsbruck oder in der Wiener Lugner City. Höchste Priorität innerhalb des Konzerns hat deshalb die Trendwende bei der Hauptmarke H&M. »Es ist von äußerster Wichtigkeit, das Sortiment zu verbessern«, gibt Persson die Linie vor. Bei der Expansion steht man nach wie vor auf der Bremse. Für das Gesamtjahr sind rund 390 Neueröffnungen geplant (großteils in jungen Märkten, wie es heißt), denen 150 Schließungen (in den etablierten Märkten) gegenüberstehen. In Summe wird die Filialzahl damit nur noch um 5 % steigen, statt der langjährigen Zielgröße von 10 %.

Von: Manuel Friedl