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H&M: Mehr Umsatz, weniger Gewinn

Die Neuausrichtung von H&M drückt auf den Gewinn des Modekonzerns. Die Stores der Hauptlinie tun sich weiterhin schwer.

So stieg der Netto-Umsatz des Konzerns im ersten Halbjahr des aktuellen Geschäftsjahrs (1. Dez. 2018 – 31. Mai 2019) zwar in lokalen Währungen um 5 % auf 108,5 Mrd. Schwedische Kronen (SEK; umgerechnet 10,21 Mrd. €). Der Gewinn nach Steuern zeigte sich jedoch um 11 % rückläufig, und zwar auf 5,4 Mrd. SEK bzw. 506 Mio. €). Im zweiten Quartal lief es mit einem Umsatzplus von 6 % (währungsbereinigt) etwas besser als im ersten. Der Aufwärtstrend setzt sich im dritten Quartal fort: Für Juni wurde wenige Tage vor Monatsende mit einem Umsatzplus von 12 % in lokalen Währungen gerechnet.

Abermals streicht H&M heraus, dass sich die Abschriften verringert und die Zusammensetzung der Lagerbestände verbessert hätten. Die Spanne bleibt jedoch klar rückläufig: Die Bruttomarge sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 53,2 auf 52,9 %, die EBIT-Marge sogar von 7,3 auf 6,4 %.

Expansionsbremse

Als Reaktion auf das geänderte Kundenverhalten forciert H&M seine Multichannel-Offensive und investiert noch einmal verstärkt in den Ausbau der Online-Angebote sowie der entsprechenden Logistik und IT im Hintergrund. Im Gegenzug wird bei der stationären Expansion auf die Bremse gestiegen: Statt der ursprünglich für heuer angekündigten 175 Neueröffnungen sind jetzt netto nur noch 130 zusätzliche Stores vorgesehen. Vergleicht man den 31. Mai 2019 mit jenem des Vorjahres, stieg die Zahl der Stores um 178 auf 4.979. Der Großteil der Neueröffnungen entfällt dabei auf Asien und Amerika.

Wachstum Online und mit neuen Linien

Erstmals in einem Halbjahresbericht von H&M werden die Umsatzzahlen nicht mehr nach allen Märkten aufgeschlüsselt. Über die Entwicklung der Umsätze in Österreich ist somit nichts bekannt. H&M teilt lediglich mit, die Verkäufe hätten sich »in den meisten Märkten gut« entwickelt. Hervorgehoben werden die USA (+ 17 %), Mexiko (+ 25 %), Indien (+ 39 %), Russland (+ 19 %) und Polen (+ 11 %). Aber auch Märkte mit negativer Entwicklung werden genannt, allen voran Deutschland (- 2 %).

Lesen lässt sich aus den Zahlen auch, dass sich die klassischen H&M-Geschäfte weiterhin eher schwer tun dürften. Denn ein großer Teil des Wachstums entfällt auf andere Geschäftszweige: So sind die Online-Umsätze im zweiten Quartal in lokalen Währungen um 20 % gewachsen, und für den Bereich »New Business«, der die Zweitlinien wie COS, & Other Stories, Monki und Weekday umfasst, wird ein Wachstum von 18 % mitgeteilt.

Von: Manuel Friedl