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Handel: Mehr Schließungen als Eröffnungen

Erstmals seit zehn Jahren wollen die Großen aus dem Handel mehr Filialen und Läden schließen als neue eröffnen. Die Mehrheit plant dennoch eine Expansion.

Zu Beginn jedes Jahres fragt der Marktforscher RegioData die Filial- und Franchisesysteme im Einzelhandel und verwandten Branchen nach ihren Expansionsabsichten. Das Ergebnis für heuer: Erstmals seit zehn Jahren wollen die Großen aus Handel, Systemgastronomie und handelsnaher Dienstleistung (Banken, Reisebüros, Friseure etc.) mehr bestehende Läden schließen als neue aufmachen. »Während es damals noch die Auswirkungen der Wirtschaftskrise waren, ist es jetzt der Onlinehandel, der zu Standortschließungen führt«, berichtet RegioData. »Dementsprechend gilt dieser Trend nicht für jene Branchen, die vom Onlinehandel nicht oder kaum betroffen sind: Lebensmittel, Drogerien und Systemgastronomie.«

Klare Mehrheit plant Expansion

Von den rund 800 befragten Unternehmen plant zwar immer noch eine klare Mehrheit (460) eine Expansion. Doch im Vorjahr gaben noch mehr als 70 % der Firmen an, weiter expandieren zu wollen. Vor fünf Jahren waren es sogar mehr als 90 %.

Spitzenreiter Systemgastronomie

Trotz des zunehmenden Online-Handels ist der stationäre Bekleidungshandel mit 103 expansionswilligen Vertriebslinien immer noch die zahlenmäßig expansivste aller Branchen. »Allerdings sind es hier nicht die großen, bekannten Filialisten, die expandieren wollen«, berichtet RegioData, »sondern entweder sehr kleine, spezialisierte Labels oder sehr diskontorientierte Formen (z. b. Kik, Takko)«. Nach der Zahl der gesuchten Standorte betrachtet liegt jedoch die Systemgastronomie vorne. »Nachdem die Österreicher und die Touristen Jahr für Jahr mehr Geld für die Gastronomie ausgeben, steigt das Potenzial stark und dementsprechend die Möglichkeit der Expansion.« Auch hier sind es nicht mehr nur die Großen, sondern sehr viele neue, kleine Unternehmen, die mit innovativen Konzepten ihr Glück versuchen.

Von: Manuel Friedl