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Handel konsolidiert sich

Die Zahl der Geschäfte sinkt, die Verkaufsfläche bleibt unverändert. Erfreulich: Die Flächenleistung wächst.

Statt der Eröffnung neuer Standorte steht im Handel derzeit die Optimierung der Filialnetze im Vordergrund. Und entgegen vieler Prognosen führt der Online-Handel zumindest derzeit noch nicht dazu, dass die einzelnen Geschäfte kleiner werden. Im Gegenteil: Laut der neuesten Strukturanalyse der Wirtschaftskammer ist im letzten Jahr zwar die Zahl der Einzelhandelsgeschäfte gesunken, die gesamte Verkaufsfläche aber gleich geblieben. Sprich: Die durchschnittliche Geschäftsgröße ist gestiegen.

Verkaufsflächenrückgang erstmals seit 2013 gestoppt

Konkret sank die Zahl der Geschäfte von 2016 auf 2017 um rund 400 bzw. 1 %. Damit hat sich der seit Jahrzehnten andauernde Rückgang deutlich abgebremst. Und auch der seit 2013 anhaltende Verkaufsflächenrückgang kam erstmals zu einem Stopp: Die Einzelhandelsverkaufsfläche blieb gegenüber 2016 konstant.

»In diesem Sinne kann 2017 als Jahr der Konsolidierung angesehen werden«, sagt Iris Thalbauer, Geschäftsführerin der Bundessparte Handel der WKO. »Aktuell stehen den Konsumenten in Österreich 37.400 Einzelhandelsgeschäfte mit einer Verkaufsfläche von rund 13,7 Mio. Quadratmeter für ihren Einkauf zur Verfügung. Damit liegt die Einzelhandelsverkaufsfläche mit 1,56 Quadratmeter pro Einwohner weiter im europäischen Spitzenfeld, nämlich im EU-28-Ranking auf Platz 3 hinter Belgien und den Niederlanden«, berichtet Ernst Gittenberger, Projektleiter der Studie im Institut KMU Forschung Austria. Im EU-28-Durchschnitt ist von einer Verkaufsflächendichte von 1,17 Quadratmetern auszugehen, schätzt der Handelsforscher. 52 % der gesamten Einzelhandelsverkaufsfläche in Österreich entfällt auf Einkaufszentren, Fachmarktzentren sowie Fachmarktagglomerationen, hat wiederum Standort + Markt für die Wirtschaftskammer errechnet. »Die Flächenproduktivität ist 2017 gestiegen, mit dem Konjunkturaufschwung gehen steigende Quadratmeterumsätze im stationären Einzelhandel einher«, informiert Thalbauer weiter, ohne jedoch konkretere Zahlen zu nennen (MA WKO 13.7.18).

Von: Manuel Friedl