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Abermals Nachbesserung bei Kurzarbeit

Das AMS übernimmt nun auch einen Anteil an den Kosten für einen Krankenstand im Rahmen der Corona-Kurzarbeit. Der Handelsverband weist auf weitere Lücken hin.

Am Freitag, 20. März, wurden auch Lehrlinge in die sog. „Corona-Kurzarbeit“ aufgenommen. Mit Montag, 23. März, ist dieses Modell zur Arbeitsplatzsicherung noch einmal ein Stück attraktiver geworden. Denn das Arbeitsmarktservice (AMS) übernimmt künftig auch einen Anteil an den Kosten für einen Krankenstand im Rahmen der Kurzarbeit, teilte die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) mit.

Bisher musste der Arbeitgeber die Lohnkosten übernehmen, wenn sein Mitarbeiter im Rahmen einer Kurzarbeit krank wird. Diesmal soll aber das AMS einen Teil der Kosten übernehmen. Gibt es im Unternehmen Kurzarbeit und wird die Arbeitszeit etwa von 40 auf zehn Stunden reduziert, dann werden drei Viertel des Krankenstands vom AMS getragen, ein Viertel zahlt das Unternehmen, heißt es in der Aussendung.

Bereits am Freitag wurden beim AMS 97.000 neue Arbeitslose aufgrund der Corona-Krise verzeichnet. Der Handelsverband forderte daraufhin weitere Nachschärfungen beim Kurzarbeits-Modell:

1. Überweisung des Personalaufwand-Ersatzes „Zug um Zug“

Besonders KMU und beschäftigungsintensive Händler, die Mitarbeiter zur Kurzarbeit anmelden und damit Kündigungen vermeiden, haben aktuell mit einer gewichtigen Herausforderung zu kämpfen: Die entsprechende Entschädigung des AMS wird erst einen Monat im Nachhinein ausbezahlt.

„Die Sicherstellung der Liquidität ist in Zeiten wie diesen für alle Betriebe das A und O, um Arbeitsplätze zu sichern. Daher spricht sich der Handelsverband für die Auszahlung des Personalaufwand-Ersatzes ‚Zug um Zug‘ nach Vorlage der Überweisung aus, keinesfalls erst einen Monat später oder gar mit bis zu 90 Tagen Verzögerung. Das können KMU und beschäftigungsintensiven Betriebe, die seit einer Woche Null Euro Umsatz machen, niemals stemmen", so Handelsverbands-Geschäftsführer Rainer Will.

2. Kurzarbeit für geringfügig Beschäftigte ermöglichen

Aktuell kann Kurzarbeit nur für einen Teil der Belegschaft beantragt werden, da geringfügig beschäftigte Mitarbeiter ausgenommen sind. Hier braucht es einen Einbezug in das Kurzarbeitsmodell oder ein analoges Modell zur Reduktion, damit diese Anstellungsverhältnisse gesichert werden.

"Besondere Herausforderungen erfordern besondere Lösungen. Daher sollte auch geringfügig Beschäftigten – die einen wesentlichen Teil der Belegschaft im Handel ausmachen – die Möglichkeit der Kurzarbeit oder ein äquivalenter Mechanismus offenstehen. Das muss sofort passieren, sonst besteht die Gefahr weiterer Kündigungen bis zum Monatsende", erklärt Will.

Liquidität! Liquidität! Liquidität!

Hinzu kommt: Spätestens Ende Juni kommt das 13. Gehalt. Hier muss seitens der Politik und der Sozialpartner ebenfalls bereits jetzt Vorsorge für Corona-bedingte Engpässe bei betroffenen Unternehmen getroffen werden, da die Firmen diesen Kostenblock absehbar nicht heben werden können.

„Das Hilfspaket der Bundesregierung ist gut. Wir dürfen aber das Rückgrat der österreichischen Volkswirtschaft, unsere Unternehmer, nicht zu Bittstellern werden lassen, nachdem das Epidemiegesetz durch das Covid-19 Gesetz ersetzt wurde. Bitte daher seitens Politik und Sozialpartner jetzt voller Fokus auf die Liquidität. Das ist die Luft, die die Firmen zum Atmen brauchen", ist der Handelsverbands-Chef überzeugt.

Von: Manuel Friedl