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Handel: Erneut keine Einigung bei KV-Verhandlungen

Auch nach der vierten Verhandlungsrunde für einen Kollektivvertragsabschluss im Handel konnte nach zehn Stunden keine Einigung erzielt werden.

Nach stundenlangen zähen Verhandlungen zwischen Gewerkschaft GPA-djp und Arbeitgebern konnte gestern Abend wieder kein Kompromiss geschlossen werden. 

Arbeitgeber-Angebot

»Die GPA-djp hat unser Top-Angebotspaket für mehr als 400.000 Handelsangestellte und 15.000 Lehrlinge ausgeschlagen. Dabei kann sich auch unser monetäres Angebot zur Erhöhung der Gehälter um 2,35 bis 2,65 Prozent mehr als sehen lassen. Das sind immerhin bis zu 30 Prozentpunkte über der Inflationsrate«, erklärt Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel der WKO und Chefverhandler der Arbeitgeberseite im Handel. Außerdem biete der heimische Handel seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Plus an Freizeit: Am 24. Dezember sollen die Geschäfte eine Stunde früher schließen. Somit hätten die Beschäftigten am Heiligen Abend eine Stunde mehr (Familien-)Freizeit zur Verfügung, so das Angebot.

Neben dem Mehr an Gehalt beinhaltet das Angebot der Arbeitgeber im österreichischen Handel über der Inflationsrate auch eine Erhöhung der Lehrlingsgehälter um bis zu 10 %, außerdem die Möglichkeit einer 4-Tage-Woche, die Förderung von Aus- und Weiterbildung - so soll etwa der Zugang zur Bildungskarenz vereinfacht werden - sowie altersgerechte Arbeitszeitmodelle wie Altersteilzeit. Laut Peter Buchmüller handle die Gewerkschaft mit dem Ausschlagen des Packages nicht im Sinne der Arbeitnehmer.

Gewerkschaft beharrt auf ihrem Verhandlungskurs

Die Vorsitzende der GPA-djp, Barbara Teiber, sieht dies naturgemäß anders:
 
»Das Letztangebot der Arbeitgeber in der Höhe von 2,35 % Gehaltssteigerung zeugt von einer Geringschätzung der Leistungen der Angestellten. In praktisch allen Branchen, die in den letzten Wochen KV-Abschlüsse erzielten, lagen diese über der 3 %-Marke. Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, warum ausgerechnet die Angestellten im Handel bei der heurigen Gehaltsrunde keinen angemessenen Anteil an der Wirtschaftsleistung der Branche bekommen sollen«, wird sie in den aktuellen Medienmeldungen zitiert.

Ein nächster Verhandlungstermin wurde zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern noch nicht festgesetzt. Die besinnlichste Zeit im Jahr scheint aber vorerst getrübt, denn die Gewerkschaft kündigte für den 8. Dezember (zweiten Einkaufssamstag) bereits an, protestieren zu wollen.

Von: Christiane Marie Jördens