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Geschäftsmieten steigen langsamer

Laut dem soeben erschienenen Immobilienpreisspiegel 2019 sind die Geschäftsmieten im letzten Jahr im Schnitt um 1,15 % gewachsen.

Als »eher durchwachsen«, bezeichnet Gerald Gollenz, Obmann-Stv. des Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der WKO, die aktuelle Situation bei der Vermietung von Geschäftsflächen. Das sei einerseits der aktuellen Wirtschaftsentwicklung geschuldet, andererseits zeigt E-Commerce immer stärkere Auswirkungen, so Gollenz anlässlich der Präsentation des Immobilienpreisspiegels 2019.

Die Zahlen

Die Miete für Geschäftslokale ist dem Bericht zufolge von 2018 auf 2019 im Österreich-Durchschnitt und über alle Lagekategorien hinweg um 1,15 % angestiegen. Damit hat sich die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr verlangsamt, als ein Anstieg um 2,7 % verzeichnet wurde.

Der Durchschnittspreis liegt damit aktuell bei 11,35 €/m2 (alle Werte netto; Anm.). Dabei ist freilich eine deutliche Spreizung der Entwicklung zu beobachten: Unter den Landeshautstädten gibt es einen Ausreißer nach oben, nämlich Innsbruck mit einer Mietsteigerung um 4,51 % auf 25,40 €. Mit Bregenz (+ 1,87 %) und Wien (+ 1,35 %) weisen zwei weitere Landeshauptstädte nennenswerten Steigerungen auf. Deutlich rückläufig sind hingegen die Geschäftsmieten in Graz (- 4,12 %), St. Pölten (- 3,26 %) und Eisenstadt (- 1,95 %). Am teuersten sind die durchschnittlichen Geschäftsmieten immer noch in der Stadt Salzburg (55,71 €/m2), gefolgt von Graz (34,81 €) und Linz (33,82 €). Am unteren Ende der Skala rangieren St. Pölten (14,99 €), Bregenz (14,06 €) und Klagenfurt (11,43 €).

Bundesländerebene

Weniger deutlich sind die Unterschiede in der Entwicklung auf Bundesländerebene. Hier stiegen die Geschäftsmieten in Salzburg am deutlichsten (+ 4,56 % auf durchschnittlich 16,77 €/m2), gefolgt von Tirol (+ 3,72 % auf 12,90 €). Sinkende Mieten wurden in der Steiermark (- 0,81 %) und in Oberösterreich (- 0,30 %) registriert. Für die übrigen Bundesländer wird ein geringfügiger Mietanstieg zwischen 0 und 2 % gemeldet.

Um wieder steigende Mieterträge lukrieren zu können, werde aus Sicht der Immobilienwirtschaft der wichtigste Faktor die Anpassung des Mietermixes an die Wünsche und Gewohnheiten der Konsumenten sein, zeigt sich Gollenz überzeugt. »Es wird sicherlich sehr spannend, wie und in welcher Form die Geschäftsflächen in den kommenden Jahren genutzt werden.«

Von: Manuel Friedl