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Gerry Weber: Verlust noch viel höher

Abermals Gewinnwarnung bei Gerry Weber: Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2017/18 (per 31. Oktober) werden nun zusätzliche Wertberichtigungen in Höhe von 44 Mio. Euro angekündigt.

Das neue Management rund um Vorstandschef Johannes Ehling und Chief Restructuring Officer Florian Frank macht reinen Tisch. Wie nun angekündigt wurde, müssen in der Bilanz für das Geschäftsjahr 2017/18 (per 31. Oktober) noch zusätzliche Wertberichtigungen in Höhe von 44,2 Mio. Euro verbucht werden. »Der weit überwiegende Teil davon betrifft das Segment Hallhuber«, teilt Gerry Weber mit. Das überrascht, wurde doch bisher von Konzernseite immer nur auf die Probleme der sogenannten »Core-Marken« (Gerry Weber, Taifun und Samoon) hingewiesen, während man in den 2015 zugekauften Münchner DOB-Filialisten zumindest offiziell große Hoffnungen setze.

Hallhuber schrieb zuletzt Verluste

Dass die positive Umsatzentwicklung bei Hallhuber in erster Linie der Expansion geschuldet war, war bekannt: Im Geschäftsjahr 2016/17 etwa stieg der Umsatz um 6,1 % auf 194,3 Mio. Euro. Like-for-like gingen die Verkaufserlöse jedoch um 3,5 % zurück. Dabei wurde ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von - 2,5 Mio. Euro erwirtschaftet. 2015/16 lag das Minus sogar bei 4,5 Mio. Euro. Für 2017/18 liegen noch keine Zahlen zur Geschäftsentwicklung von Hallhuber vor.

Verlust von fast 200 Mio. Euro erwartet

Nach Berücksichtigung dieser neuen Aufwendungen erhöht sich der erwartete Fehlbetrag des Konzerns auf 192,3 Mio. Euro. Anfang Dezember war noch ein negatives Ergebnis in Höhe von 148,1 Mio. Euro in Aussicht gestellt worden. Alleine auf 113,5 Mio. Euro summieren sich die außerplanmäßigen Abschreibungen und Wertberichtigungen, weitere 63,3 Mio. Euro entfallen auf nicht zahlungswirksame Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen sowie Beratungskosten.

Weitere Finanzierung offen

»Uns ist bewusst, dass die Anpassung unserer vorläufigen Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2017/18 für Irritationen sorgen könnte«, kommentiert Florian Frank. »Uns ist es aber wichtig, in voller Transparenz und Konsequenz unmittelbar auf Änderungen zu reagieren, um damit für die Zukunft des Unternehmens ein starkes und vertrauensvolles Fundament zu legen.« In den nächsten Tagen muss sich Gerry Weber endgültig mit den Gläubigern über die künftige Finanzierung einigen. Bereits im Vorjahr fällige Forderungen waren bis 31. Jänner 2019 gestundet worden.

Von: Manuel Friedl