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Gerry Weber: Sparkurs und neues Label

Die Gerry Weber International AG meldet ein Umsatzminus in Höhe von 2,2 % auf 881 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2016/17 (per Ende Oktober).

Unterm Strich kam im Geschäftsjahr 2016/17 von Gerry Weber ein Minus von 0,8 Mio. Euro heraus. Im Jahr davor hatte der Modekonzern noch einen Gewinn von einer 0,5 Mio. Euro erwirtschaftet. Mit dem Anfang 2016 gestarteten und im Oktober 2017 abgeschlossenen Programm zur Neuausrichtung des Konzerns, Fit4Growth, habe man zwar mehr einsparen können, als geplant. Dennoch reichte diese Rosskur, die auch die Schließung von 143 Filialen umfasste, nicht aus, um die Profitabilität der Gruppe zu verbessern. Das Management will deshalb noch nicht näher definierte Maßnahmen im Bereich Beschaffung, Produktentwicklung und Sortimentsgestaltung ergreifen, um Gerry Weber profitabler zu machen.

Neues Label Gr[8]ful

Auch die Modernisierung der Marken solle dabei helfen. Die junge Marke talkabout komme bei der Kundschaft jedenfalls gut an, so das Unternehmen. Mit Ende März launcht man »Gr[8]ful«, verriet der Modekonzern in einer Aussendung. Diese neue digitale Marke im Premium-Segment ist nur online über die eigene Website, E-Shops von Facheinzelhandelspartnern und Plattformen wie Amazon verfügbar. Pro Jahr wird es sieben Kollektionen mit jeweils 30 bis 40 Modellen geben. Key Pieces sind moderne Kleider, Blusen sowie elegante und feminine Shirts. Für GR[8]FUL verantwortlich sind die beiden Executive Vice Presidents Taifun/Samoon, Oliver Zaric (Produkt) und Bernd Brodrick (Vertrieb). Die beiden haben mit einem Kernteam von sieben bis zehn Personen das Konzept des Onlinelabels entwickelt und realisiert. Der Aufsichtsrat der Gerry Weber International AG hat kurz vor der Präsentation der endgültigen Geschäftszahlen eine Erweiterung des Vorstands beschlossen. Ab 1. April 2018 verstärkt Johannes Ehling als Chief Sales und Chief Digital Officer das Führungsduo. Die Verträge von Chief Financial Officer Jörg Stüber und Vorstandschef Ralf Weber wurden verlängert. Ebenso wie übrigens die Zusammenarbeit mit dem tschechischen Supermodell Eva Herzigova.

Von: Rainer Seebacher