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Gerry-Weber-Insolvenz auf Schiene

Die Gläubiger haben dem Sanierungskonzept der neuen Eigentümer des deutschen Modekonzerns ihren Segen erteilt.

»Ich freue mich außerordentlich, dass diese bedeutende Unternehmensgruppe in ihren Kernstrukturen erhalten werden kann und dass gleichzeitig die Gläubiger mit einer überdurchschnittlich hohen Quote bedient werden«, fasst Sachwalter Stefan Meyer das wichtigste zusammen. Gestern haben die Gläubiger der Gerry Weber International AG (GWI) und der Gerry Weber Retail GmbH & Co. KG den Insolvenzplan der neuen Eigentümer mit großer Mehrheit angenommen. Gegenstimmen gab es lediglich von den Altaktionären, die – wie im Insolvenzfall üblich – entschädigungslos aus der Gesellschaft ausscheiden sollen. Sachwalter Meyer rechnet damit, dass das Insolvenzgericht die fehlende Zustimmung der Aktionäre unter Verweis auf das Obstruktionsverbot schon in den nächsten Tagen aufheben wird. Dann könnte das Insolvenzverfahren noch in diesem Jahr aufgehoben werden. Danach soll die Sanierung außerhalb des Insolvenzverfahrens fortgesetzt werden.

Für Vorstandssprecher Johannes Ehling ist das »eine großartige Nachricht« und »das klare Signal, nach den vielen, zum Teil schon umgesetzten Maßnahmen jetzt mit der Neupositionierung unseres Unternehmens so richtig durchzustarten.«

Gerry Weber befand sich seit dem Jänner 2019 im Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Wie berichtet wird der DOB-Hersteller nun zur Gänze durch die beiden Investmentgesellschaften Robus und Whitebox übernommen. Die Investoren stellen »bis zu 49,2 Mio. € für die Gläubigerbefriedigung und für die Finanzierung des operativen Geschäfts bereit«, hießt es in der gestrigen Unternehmensmitteilung. Die Gläubiger können laut GWI mit Befriedigungsquoten zwischen 32 und mehr als 50 % rechnen.

Von: Manuel Friedl