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Gerry Weber: Finanzinvestoren übernehmen

Britische Finanzinvestoren wollen Gerry Weber zur Gänze übernehmen. In einem ersten Schritt bekommt der Modehersteller fast 50 Mio. € an frischem Geld.

Der insolvente deutsche Modehersteller Gerry Weber erhält von britischen Investoren eine Finanzspritze von bis zu 49,2 Mio. Euro. Das Unternehmen hat sich nach eigenen Angaben mit Fonds, die von Robus Capital Management und Whitebox Advisors verwaltet werden, auf ein Sanierungskonzept verständigt. Mit den Fonds sei eine verbindliche Investmentvereinbarung im Rahmen eines Insolvenzplans geschlossen worden, teilte die Gerry Weber International AG am späten Montagabend mit. Dies sei mit Zustimmung des Gläubigerausschusses und des Sachwalters Stefan Meyer geschehen.

Endgültige Lösung soll im Spätherbst stehen

Der Insolvenzplan sehe vor, dass Robus und Whitebox einen Betrag von bis zu 49,2 Mio. € für die nachhaltige finanzielle Sanierung von Gerry Weber International »zur Verfügung stellen«, heißt es in der Mitteilung. Die Gläubiger sollen auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten und könnten sich dann zwischen einer Abfindung in bar und »verschiedenen Finanzinstrumenten zur Wertaufholung entscheiden«. Das bereits begonnene Sanierungskonzept von Gerry Weber werde weiter umgesetzt. Die Gläubigerversammlung, die dem Insolvenzplan zustimmen muss, werde voraussichtlich im dritten Quartal 2019 stattfinden. Ziel sei es, das Insolvenzverfahren im Spätherbst diesen Jahres erfolgreich zu beenden.

»Klarheit und Sicherheit«

Johannes Ehling, Vorstandssprecher von Gerry Weber, kommentiert: »Wir freuen uns mit Robus und Whitebox starke und in der Modebranche erfahrene sowie anerkannte Partner gefunden zu haben. Die heute erzielten verbindlichen Vereinbarungen schaffen Klarheit und Sicherheit für Kunden, Geschäftspartner und Belegschaft. Wir können nun mit großem Elan an die weitere Umsetzung der operativen Neupositionierung und Restrukturierung gehen. Für die laufende Orderrunde sind wir mit unseren neuen Kollektionen bestens vorbereitet.«

Gerry Weber International befindet sich seit Jänner in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung – mit dem erklärten Ziel, das Unternehmen zu sanieren. Das Sanierungskonzept sieht nach früheren Angaben unter anderem die Schließung von 146 Stores und Verkaufsflächen und den Abbau von 330 Vollzeitarbeitsplätzen in Deutschland vor. Vor einer Woche übernahm Robus die Mehrheitsanteile an der Gerry-Weber-Tochter Hallhuber.

Von: Manuel Friedl